• vom 06.10.2017, 11:05 Uhr

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Update: 06.10.2017, 12:23 Uhr

ICAN

Friedensnobelpreis an Kampagne zur atomaren Abrüstung




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Von WZ Online

  • Die in Wien gegründete ICAN ist seit 2007 gegen die atomare Gefahr aktiv.

Auch in Wien war der heurige Friedensnobel-Preisträger ICAN aktiv. - © APAweb / AFP, Joe Klamar

Auch in Wien war der heurige Friedensnobel-Preisträger ICAN aktiv. © APAweb / AFP, Joe Klamar

ICAN-Aktivisten protestieren in Berlin vor der amerikanischen Botschaft gegen den Konflikt zwischen Nordkorea und den USA.

ICAN-Aktivisten protestieren in Berlin vor der amerikanischen Botschaft gegen den Konflikt zwischen Nordkorea und den USA.© APAWeb/dpa, Britta Pedersen ICAN-Aktivisten protestieren in Berlin vor der amerikanischen Botschaft gegen den Konflikt zwischen Nordkorea und den USA.© APAWeb/dpa, Britta Pedersen

Oslo. Der Friedensnobelpreis 2017 geht an die internationale Kampagne zur atomaren Abrüstung (ICAN). Die Organisation erhalte die Auszeichnung für "ihre Arbeit, Aufmerksamkeit auf die katastrophalen humanitären Konsequenzen von Atomwaffen zu lenken", begründete das norwegische Nobelkomitee ihre Entscheidung. ICAN habe sich bahnbrechend um ein vertragliches Verbot solcher Waffe bemüht.

Experten hatten im Vorfeld einen Preis im Kontext des Kampfes gegen Atomwaffen vorhergesagt. Die Osloer Jury hatte sich in diesem Jahr unter 318 Anwärtern entscheiden müssen - 215 Personen und 103 Organisationen waren für den Preis vorgeschlagen. Nur wenige Nominierungen waren im Vorhinein bekannt.

ICAN wurde 2007 in Wien gegründet

Für Nobelpreissieger ist die Internationalen Kampagne für die Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) ziemlich unkonventionell: Die Generalsekretärin, die Schwedin Beatrice Fihn, ist erst 34 Jahre alt. Ihr Büro in Genf besteht aus nur vier Leuten. Das Bündnis selbst ist viel größer: 450 Friedensgruppen und Organisationen, die sich für Abrüstung engagieren. Gegründet wurde die Organisation 2007 in Wien.

Bei einer Konferenz des Atomwaffensperrvertrags in Wien kamen die Gruppen vor zehn Jahren zusammen, um sich gemeinsam für einen Vertrag gegen Atomwaffen einzusetzen. Treibende Kraft waren nicht Regierungen, sondern Zehntausende Aktivisten in mehr als 100 Ländern.

Im Juli 2017 wurde das Vertragswerk unterzeichnet. Es verbietet Herstellung, Besitz, Einsatz und Lagerung von Atomwaffen und kam gegen den Widerstand der Atommächte und den mit ihnen verbündeten Staaten zustande.

Abrüstungsverträge als Vorbild

Vorbild für ICAN waren andere Abrüstungsverträge: zum Beispiel das internationale Übereinkommen zum Verbot von Landminen, oder die Verträge zum Verbot von Streumunition oder von chemischen Waffen. Bei solchen Abkommen auf Initiative der Zivilgesellschaft rücken immer die verheerenden Folgen der Waffen für die Bevölkerung ins Zentrum.

Die internationale Ächtung der Waffen setze Regierungen unter Druck, die nicht unterzeichnen, so ICAN. Für Fihn ist die Sache einfach: "Ist es akzeptabel, Hunderttausende Menschen umzubringen oder nicht? Wenn nicht, müssten Atomwaffen verboten werden", sagte sie der dpa vor der Preisverkündung.

Zu den ICAN-Mitgliedern gehören etwa die internationale Juristenvereinigung gegen Atomwaffen oder der Internationale Gewerkschaftsbund.

Der Vertrag tritt in Kraft, wenn 50 Mitglieder ihn ratifiziert haben. Fehn rechnet damit bis Ende nächsten Jahres. Keiner der Atomländer hat ihn unterzeichnet. Mitglieder des nordatlantischen Atombündnisses (NATO) sagen, das sei mit der NATO-Mitgliedschaft nicht vereinbar.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-06 11:07:52
Letzte nderung am 2017-10-06 12:23:55



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