• vom 06.10.2017, 17:22 Uhr

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Update: 06.10.2017, 21:13 Uhr

Lange Nacht der Museen

Vom "Ugar-Ugar" bis zum Sarg




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  • Diesen Samstag öffnen in der "Langen Nacht der Museen" allein in Wien 129 Museen und Kulturstätten von 18 bis 1 Uhr.



Wien. (rös) Am Samstag haben kulturell interessierte Nachtschwärmer zum 18. Mal die Möglichkeit sich auszutoben: Im Zuge der "Langen Nacht der Museen" bleiben 670 Kulturinstitutionen in Österreich, Deutschland, Slowenien, Liechtenstein und der Schweiz bis 1 Uhr nachts geöffnet und sind alle mit einem einzigen Ticket zu besichtigen.

Heuer soll auch dem jungen Publikum der reale Kunstgenuss nähergebracht werden. Dementsprechend bieten allein in Wien 64 Museen ein kindgerechtes Zusatzprogramm. Der Eintritt ist bis 12 Jahre frei. Reguläre Tickets kosten 15 Euro und gelten von 17.30 bis 1.30 Uhr Früh als Fahrschein für Shuttlebusse zwischen den einzelnen Veranstaltungsorten und die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien.

Als Sujet des Events dient heuer Cellinis Saliera, die im Kunsthistorischen Museum neben unzähligen weiteren Kostbarkeiten aus der Gemäldegalerie, der Kunstkammer, der Antiken- und Orientalischen Sammlung und dem Münzkabinett zu bewundern ist. Zu den Kuriosa zählt die interaktive Führung durch das Krankenpflegemuseum, wo dem Besucher in einem "Programm für alle Sinne" der Transformationsprozess der Pflege, an dem sich auch demografische Entwicklungen abzeichneten, nähergebracht wird.

Treffpunkte

In Wien dient der Maria-Theresien-Platz als "Treffpunkt Museum", den es in jeder Landeshauptstadt (Ausnahme: Vorarlberg, dort ist es Dornbirn) gibt: Hier sind Tickets, Booklets zum Programmangebot und Informationen zu den Fuß- und Busrouten erhältlich.

Viel zu sehen gibt es in Wien auch an etwas unbekannteren Orten: Rund 550 Exponate werden etwa in den fünf Räumen des Marktamtsmuseums am Floridsdorfer Schlingenmarkt (21., Floridsdorfer Markt 5) gezeigt.

Heiß her geht es im "Brennpunkt - Museum der Heizkultur" (Malfattigasse 4 im 12. Bezirk): Von der Entdeckung des Feuers durch den Steinzeitmenschen "Ugar-Ugar" bis zu Live-Experimenten rund um Energieerzeugung werden hier Objekte wie alte Kühlmaschinen, Dampfheizungen für Spitäler, Gärtnereien und Schulen aufbewahrt.

Sarg-Probeliegen

Das Erste Wiener Schulmuseum (Breitenleer Straße 263 im 22. Bezirk) beherbergt wiederum ein Klassenzimmer aus dem Jahr 1900, dokumentiert die Entwicklung der Pädagogik und experimentiert diesmal mit Erdäpfel.

Refugien der lokalen Stadtgeschichte sind die Wiener Bezirksmuseen. So zeigt das Bezirksmuseum Innere Stadt im Alten Rathaus (Wipplingerstraße 8 im ersten Bezirk) das Entstehen Wiens vor nahezu 1000 Jahren. Im 15. Bezirk wird Wissenswertes und Kurioses rund um die Gemeindebauten im Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus (Rosinagasse 4) präsentiert.

Und das Bestattungsmuseum am Zentralfriedhof (Simmeringer Hauptstraße 234 in Simmering) führt durch die Wiener Begräbnis- und Friedhofskultur vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Zum 50-Jahr-Jubiläum des Museums wird gezeigt, wie kunstvoll in Mexiko der Toten gedacht wird. Probeliegen im Sarg und Bemalen der letzten Hülle sind ebenfalls möglich.

Auch Blaulichtorganisationen haben in Wien eine lange Tradition. Exponate im Feuerwehrmuseum (Am Hof 7 im ersten Bezirk), dem Gründungsort der ältesten Berufsfeuerwehr der Welt, wird die Entwicklung der Brandbekämpfung anschaulich dargestellt. Das Wiener Rettungsmuseum (Gilmgasse 18, Zugang über Halirschgasse 12 im 17. Bezirk) zeichnet die eigene Entstehungsgeschichte seit dem Ringtheaterbrand 1881 nach: von der Freiwilligenorganisation bis heute als einzige Berufsrettung.

Die Lange Nacht der Museen in der wienXtra kinderinfo im Museumsquartier (Museumsplatz 1/Hof 2 im 7. Bezirk) ist zwar nicht ganz so lang, aber immerhin bis 22 Uhr sind Foto-Box, Face-Painting und eine Kreativ-Station bereit für junge Gäste. Weiters nehmen auch Publikumsmagneten wie das Haus der Musik, das Jüdische Museum, das Mozarthaus Vienna, das Wien Museum und das Kunst Haus Wien an der Langen Nacht teil.

Im Umgang mit Nachtschwärmer am geübtesten sind wohl die Mitarbeiter der Wiener Sternwarten: Die Urania Sternwarte im 1. Bezirk, das Wiener Planetarium im 2. Bezirk und die Kuffner Sternwarte am Gallitzinberg im 16. Bezirk haben alle extra lang offen.

Lange Nacht der Museen

https://langenacht.orf.at

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-06 17:27:06
Letzte nderung am 2017-10-06 21:13:21



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