Bundesheer schickt Verstärkung
160 Soldaten des Österreichischen Bundesheeres rückten noch am Samstag an, um die Einsatzkräfte bei den Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten zu unterstützen. Das Militärkommando Steiermark aktivierte die ABC Abwehr Kompanie aus der Grazer Gablenzkaserne sowie Teile des Jägerbataillons 17 aus Straß und des Versorgungsregiments 1 aus Gratkorn. Ab Montag soll auch eine Pionierkompanie aus Melk in der Obersteiermark im Einsatz sein.
Die Brucker Schnellstraße (S35) musste am Nachmittag wegen der hochwasserführenden Mur ab Mixnitz in Fahrtrichtung Norden gesperrt werden. Das Wasser hatte zwischen Mixnitz und Pernegg bereits die Fahrbahn überschwemmt. Die Sperre wird laut Polizei vermutlich die Nacht über aufrecht bleiben. Weitere Überschwemmungen von vor allem landwirtschaftlichen Flächen sind laut Landeswarnzentrale entlang des Murlaufs südlich von Graz bei Mellach und Wildon zu erwarten.
Während die Einsatzkräfte in St. Lorenzen mit den Aufräumarbeiten begonnen haben, müssen sich die Bewohner des nur wenige Kilometer entfernten Ortes Oppenberg gedulden. Die beiden Zufahrtswege zur 250-Seelen-Gemeinde waren laut Angerer von Muren und Bäumen verlegt.
In Kleinsölk musste ebenfalls Katastrophenalarm ausgerufen werden, da Muren über Wohnhäusern drohten abzugehen. 35 Personen waren in hinteren Talbereichen von der Außenwelt abgeschnitten. Im Bezirk Murtal erwischte es besonders die Gemeinde Kobenz, wo umstürzende Bäume eine Stromleitung durchtrennten und auf ein Mehrparteien- und ein Einfamilienhaus krachten. Mehr als 200 umgefallene Bäume verlegten die Verbindungsstraße nach Seckau und St. Marein. Im Bezirk Murau kämpften rund 140 Feuerwehrleute mit 21 Fahrzeugen gegen die Wassermassen des Wölzerbaches, der über die Ufer getreten war.
Im Bezirk Mürzzuschlag war das Gebiet rund um Kindberg am stärksten betroffen: In Wartberg war die Ortsdurchfahrt überflutet, in Kindberg gingen mehrere Muren ab und in Hadersdorf musste eine Brücke per Kran angehoben werden, damit die Fluten sie nicht mitreißen können. Auch in der Veitsch sind Bäche über die Ufer getreten.
Schneepflug im Sommer
Wie schon Anfang Juli im Packabschnitt der Südautobahn (A2) musste Freitagabend wieder der Schneepflug der Asfinag ausfahren. Die Pyhrnautobahn (A9) war im Bereich zwischen Gleinalmtunnel und Friesach nördlich von Graz gesperrt, da eine mehrere Zentimeter dicke Hagelschicht auf der Fahrbahn lag.