• vom 28.02.2013, 21:22 Uhr

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Update: 15.03.2013, 15:39 Uhr

Sanktionen

"Das Eis beginnt zu schmelzen"




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Das Video zum Interview

Es gibt doch eine Reihe von Experten, die meinen, der ideale Zeitpunkt für eine solche Lösung sei jetzt gekommen. US-Präsident Barack Obama scheint interessiert an einer Entspannung. Das ist seine zweite Amtszeit, nun hat er größten politischen Spielraum. Sehen Sie das auch so?
Dieses Umfeld wird gerade geschaffen und geformt. Ich glaube, dass beide Seiten diese Gelegenheit nutzen wollen.

Die iranische Währung, der Rial, hat während der letzten zwölf Monate 55 Prozent ihres Wertes verloren. Sie waren stets jemand, der gesagt hat, dass die Sanktionen spürbar seien. Ist wirklich alles unter Kontrolle, wie ihr Präsident Mahmoud Ahmadinejad sagt?
Ich habe vor einigen Jahren gesagt: Sanktionen werden Auswirkungen haben. Aber: Der Iran ist eine große Volkswirtschaft. Fast eine Billion Dollar – gemessen in Kaufkraftparitäten. Die Öl-Einkünfte aus Exporten betragen zwischen 100 und 120 Milliarden Dollar. Das sind etwa 10 Prozent des Bruttosozialprodukts.
Die Sanktionen stören also die Wirtschaft, aber sie können sie nicht nachhaltig schwächen. Denn unsere Wirtschaft basiert nicht auf Exporten, wie das in Deutschland der Fall ist. Ein großer Teil wird im Land erwirtschaftet und auch wieder konsumiert. Wir produzieren zwei Millionen Barrel Öl pro Tag, der Iran hat etwa 80 Millionen Einwohner. Es gibt auch Länder, die produzieren fast ebenso viel wie wir, haben aber nur eine Million Einwohner. Daraus ergibt sich, dass die Ölexporte für uns nicht vital sind. Wofür die Öl-Einkünfte aber sehr wohl notwendig sind: um Devisen für Importe zu bekommen. Und genau in diesem Bereich zeigten die Sanktionen Effekte. Wir erzeugen die meisten unserer Industrieprodukte selbst: Essen, Industrieprodukte, Autos. Beim Auto muss man wiederum das Autoradio importieren. Das ist einfach billiger, als es auch noch selbst im Land zu produzieren. Sie sehen: Aber so wie die anderen ihren Druck erhöht haben, haben wir immer und immer wieder innovative neue Methoden entwickelt, um mit den Folgen der Sanktionen fertig zu werden.

Es gibt nicht allzu viele Länder in Westeuropa, in die ein iranischer Außenminister eingeladen wird. Sie waren vor kurzem bei der Münchner Sicherheitskonferenz, nun sind sie bei der UN-Alliance-of-Civilizations-Konferenz in Wien. Wie sehen Sie die Beziehungen zu Österreich?
Wir haben eine lange Tradition guter Beziehungen zu Österreich, das geht Jahrhunderte zurück. Wir verstehen, dass Österreich heute im Rahmen der EU handelt. Wenn also bestimmte Regeln aus Brüssel kommen, sind alle Mitgliedsländer verpflichtet, diese Verordnungen und Regeln einzuhalten.

Manche Gruppen kritisieren die österreichische Regierung dafür, dass sie iranische Regierungsvertreter empfängt. Sie sollten, so die Forderung, Teheran boykottieren. Was halten Sie von solchen Gruppen?
Sehen Sie, jede Gruppe hat das Recht, ihre eigenen Vorstellungen und Positionen zu haben. Was ich hier aber betonen möchte, ist, dass man bei seinen Entscheidungen immer Vorsicht und Weisheit walten lassen sollte. Sonst gerät man in Problemsituationen. Diejenigen, die nach Konflikten trachten, die werden zu keinem positiven Ergebnis kommen.
Mein Rat an diese Gruppen ist: Ihr mögt Eure Differenzen mit uns haben, Ihr mögt Eure Anschauungen haben, aber gleichzeitig raten wir Euch, etwas rationaler und vorsichtiger zu sein.
Wir forcieren den Dialog und das hat auch unsere Geschichte gelehrt. Der Iran hat eine Jahrtausende alte Geschichte und wir haben alle diese Höhen und Tiefen erlebt. Gleichzeitig sind wir ein friedvolles und friedliebendes Volk, und das zeigt sich in unserer Poesie und unseren Gedichten und so weiter.

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Das Video zum Interview


Interview mit  Ali Akbar Salehi.

Interview mit Ali Akbar Salehi.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2013-02-28 18:35:11
Letzte Änderung am 2013-03-15 15:39:09


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