• vom 04.12.2016, 17:36 Uhr

Bundespräsidenten-Wahl

Update: 04.12.2016, 19:34 Uhr

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Video: Kern froh über Wahlausgang




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Von WZ Online, APA

  • Grünen-Chefin Glawischnig freut sich, FPÖ-Chef Strache ist enttäuscht, SPÖ und ÖVP gratulieren.

Wien. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) hat sich in einer ersten Reaktion erfreut über den Sieg von Alexander Van der Bellen gezeigt. "Ich bin überzeugt, dass wir mit Van der Bellen einen Präsidenten bekommen, der Österreich in hervorragender Art und Weise im In- und Ausland vertreten wird", sagte er vor Journalisten im Bundeskanzleramt.

Vor diesem Hintergrund sei er "froh und gebe das auch zu", dass Van der Bellen dieses Amt und diese Aufgabe übernehmen werde. "Ich möchte unserem neuen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen ganz herzlich zum Wahlerfolg gratulieren", sagte Kern. Er bedankte sich bei den Wahlbeisitzern, die "einen korrekten Wahlablauf ermöglicht" hätten. Wie vermutlich viele Österreicher sei er froh, dass der Wahlkampf jetzt vorbei sei. Dieser sei mit Mitteln geführt worden, "die nicht immer vorbildlich gewesen sind".

Respekt für Hofer

Auch dem Freiheitlichen Kandidaten Norbert Hofer sprach er seinen Respekt aus. Er richtete sich außerdem an dessen Wähler: "Es ist wichtig, dass sich am heutigen Tag niemand als Verlierer fühlen soll. Wir alle sind Österreich", sagte Kern. "Es ist jetzt sehr wichtig, wieder zu einem normalen Umgangston miteinander zu kommen", betonte der Kanzler. "Ich sehe es als meine Aufgabe, in Zusammenarbeit mit dem Bundespräsidenten dafür zu sorgen."

Auf die Frage, welche Auswirkungen das Wahlergebnis auf die Arbeit in der Bundesregierung haben werde, meinte er: "Ich gehe davon aus, dass das Wahlergebnis die Arbeit in der österreichischen Bundesregierung mit Sicherheit nicht erschweren wird."

Glawischnig erfreut

Höchst erfreut hat sich Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig am Sonntag über den in den Hochrechnungen prognostizierten Sieg von Van der Bellen in der Bundespräsidentenstichwahl gezeigt. "Das ist ein historischer Tag, eine historische Zäsur", sagte sie zur APA. Für Österreich sei es eine gute und deutliche Entscheidung.

Glawischnig sprach von einem Votum für ein Miteinander im Lande. Europäisch gesehen sei dies eine klare pro-europäische Entscheidung, die nach dem Brexit, aber auch nach der US-Wahl besonders wichtig sei. Sie werde heute "mit Sicherheit" noch feiern. Es sei dies ein guter Tag nicht nur für die Grünen, die für die Wahlbewegung sehr viel hintan gestellt hätten. Glawischnig dankte auch anderen Unterstützern, speziell erwähnte sie dabei ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner sowie die zahlreichen Bürgermeister, die sich hinter Van der Bellen gestellt hätten.

Strache enttäuscht

FPÖ-Chef Heinz Christian Strache ist enttäuscht über die Niederlage des freiheitlichen Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer. "Ich hätte mir mehr erhofft", sagte er im ORF. "Ich glaube, man kann heute davon ausgehen, dass der nächste Bundespräsident Van der Bellen heißen wird und ich möchte ihm dazu gratulieren", sagte Strache. Er hoffe, dass dieser ein "guter und fairer Gewinner" sein werde.

Für das Ergebnis machte er unter anderem die Wahlempfehlung von ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner für Van der Bellen verantwortlich. "Fast alle Parteien haben sich eingehängt gegen Norbert Hofer", kritisierte er. "Die Angstmache dürfte gegriffen haben." Grüne Funktionäre hätten Hofer als Nazi beschimpft, meinte er. Dass 47 Prozent der Wähler mit so einem Regime in Verbindung gebracht würden sei "ungeheuerlich".

Eine neuerliche Anfechtung der Stichwahl wird es laut Strache nicht geben. Dies sei "kein Thema", da die Wahl diesmal "hoch korrekt" abgelaufen sei.

Kurz gratuliert

Außenminister Sebastian Kurz gratulierte Van der Bellen Sonntag in einer kurzen Aussendung zum Wahlsieg. Er freue sich auf die weitere Zusammenarbeit. "Unser Ziel ist es, Österreich so wie bisher gemeinsam im Ausland zu vertreten und mit einer Stimme zu sprechen", meinte Kurz. Das Außenministerium werde Van der Bellen bestmöglich unterstützen.

Auch SPÖ-Klubchef Andreas Schieder will das Endergebnis der Bundespräsidentenstichwahl noch abwarten, freut sich aber für Van der Bellen, da er ihn selbst unterstützt habe. Van der Bellen habe die Kraft, Österreich zu einen, erklärte er bei seinem Eintreffen in der Hofburg gegenüber Journalisten.

Dem von den Grünen unterstützten Kandidaten sei es gelungen, als "Kandidat der Mitte" breite Zustimmung zu erlangen. Für Schieder habe sich auch gezeigt, dass Österreich nicht so sehr gespalten ist. Dies gebe dem neuen Präsidenten auch die Kraft, die Österreicher zu einen. Für den SPÖ-Klubchef deute auch alles darauf hin, dass das von Hofer Vertretene von den Österreichern abgelehnt werde.

Für die Bundesregierung heiße das Ergebnis nun nichts zwingend, erwartet sich Schieder keine unmittelbaren Auswirkungen. Es biete sich nunmehr die Chance, bis 2018 weiterzuarbeiten. "Ich freue mich, weil ich ihn selbst unterstützt habe", so Schieder.

Bures gratuliert

Nationalratspräsidentin Doris Bures hat sich am Sonntag erfreut über die Hochrechnung gezeigt: "Ich freue mich sehr, dass es, so wie es jetzt aussieht, ein klares Ergebnis ist", sagte sie im ORF. Sie sei eigentlich davon ausgegangen, dass das Ergebnis möglicherweise erst am Montag feststehe.

Es sei "ein sehr polarisierender und sehr langer Wahlkampf" gewesen, meinte Bures, nun sei es an der Zeit, "das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen". Sie glaube, dass sich die Menschen nun danach sehnen würden, sagte sie. "Ich bin davon überzeugt, dass Professor Van der Bellen das Amt auch so anlegen wird."

Lopatka nicht enttäuscht

ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka, der sich im Wahlkampf für Hofer ausgesprochen hatte, erklärte am Sonntag auf eine Journalistenfrage, ob er enttäuscht sei: "Nein".

Darauf angesprochen, ob seine Aussagen für Hofer ein Fehler gewesen seien, meinte Lopatka, er habe lediglich eine Präferenz geäußert. Er sei nun zufrieden, dass endlich ein Ergebnis vorliegt und gratulierte Alexander von der Bellen. Der ÖVP-Klubchef erwartet sich "überhaupt keine Auswirkungen auf die Arbeit der Bundesregierung". In dem Ergebnis sieht er auch keinen Schaden für die ÖVP. Die unterschiedlichen Meinungen seien schließlich auch quer durch Familien gegangen.

Haimbuchner spricht von "Pyrrhussieg des Establishments"

Als einen "Pyrrhussieg des Establishments, das ein Retro-Hochamt feiert", bezeichnete Oberösterreichs FPÖ-Parteichef und LHStv. Manfred Haimbuchner das erfolgreiche Abschneiden von Van der Bellen bei der Stichwahl gegen den blauen Kandidaten Norbert Hofer. Damit werde das alte System weiter bestehen bleiben.

Die FPÖ sieht er daher in der Rolle der Opposition. Van der Bellen habe schließlich angekündigt, Heinz Christian Strache nicht als Kanzler angeloben zu wollen. Haimbuchner hoffte nun, dass der künftige Präsident "nicht vergisst, dass ein Großteil der Österreicher Hofer gewählt hat". Als einen Grund für die blaue Wahlniederlage nannte er die "Angstmache" des Konkurrenten im Wahlkampf.

"Eine gute Wahl Österreichs!"

Der Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs, Karl Blecha gratuliert Alexander Van der Bellen herzlich zur heutigen Wahl zum neuen Bundespräsidenten der Republik Österreich. Blecha: "Ich habe Alexander Van der Bellen persönlich unterstützt und freue mich über die heutige klare Entscheidung der Österreicherinnen und Österreicher."

Blecha in einem ersten Statement nach den ersten Hochrechnungen zum Wahlergebnis: "Alexander Van der Bellen – eine gute Wahl Österreichs!"






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Dokument erstellt am 2016-12-04 17:38:29
Letzte nderung am 2016-12-04 19:34:22



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