• vom 04.12.2016, 21:32 Uhr

Bundespräsidenten-Wahl


Bundespräsidentenwahl 2016

Gekommen, um zu bleiben




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Von Simon Rosner

  • Für die FPÖ ist Norbert Hofer ein Geschenk. Er wird weiter eine sehr aktive Rolle spielen.

Für Norbert Hofer mag es ein bitterer Wahlsonntag gewesen sein. Auf den ersten Blick aber nur.

Für Norbert Hofer mag es ein bitterer Wahlsonntag gewesen sein. Auf den ersten Blick aber nur.© apa/Helmut Fohringer Für Norbert Hofer mag es ein bitterer Wahlsonntag gewesen sein. Auf den ersten Blick aber nur.© apa/Helmut Fohringer

Wien. Ein bisschen wirkte es, als sei Harald Vilimsky, EU-Abgeordneter der FPÖ sowie einer von zwei Generalsekretären der Freiheitlichen, gar nicht einmal so traurig ob des Wahlergebnisses. Vielmehr nannte er es eine "Sensation mit einem Schönheitsfehler". Die euphemistische Umdeutung eines jeden Wahlsonntags, wenn auch Verlierer irgendwelche Teilresultate bejubeln? Nicht ganz. Oder anders erzählt: Was hätte die FPÖ mit dem Einzug in die Hofburg gemacht? Mit jenem Amt, das sie eigentlich abschaffen wollte? Und was hat sie mit diesem Wahljahr gewonnen?

Tatsache ist, dass die Freiheitlichen nicht weit davon entfernt waren, die Bundespräsidentenwahl zu gewinnen, auch wenn die Entscheidung nun deutlicher ausging als noch im Mai. Vor einem Jahr schien das alles noch völlig undenkbar, und ebenso war Norbert Hofer, Dritter Nationalratspräsident, weniger als der Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher bekannt. Er war ein Mann des Hintergrunds, dort allerdings sehr einflussreich. Er schrieb 2011 maßgeblich am nach wie vor gültigen Parteiprogramm mit und war seit 2005 stellvertretender Parteiobmann.

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Doch in der ersten Reihe standen andere. Natürlich allen voran Parteichef Heinz-Christian Strache, dahinter die Generalsekretäre Herbert Kickl und Harald Vilimsky, vielleicht auch noch Johann Gudenus, formell die Nummer zwei der FPÖ in Wien - hinter Strache. Was sie eint, ist der Hang zur scharfen Rhetorik und Provokation, akzentuierter Oppositionspolitik, die sich oftmals im Grenzbereich bewegt. Hofer war stets anders - und für Medienvertreter immer wieder ein durchaus auskunftsfreudiger Gesprächspartner. Aber auch hier: ein Mann für den Hintergrund, für Hintergrundgespräche.

Als möglicher FPÖ-Kandidat für eine Bewerbung um das höchste Amt im Staat gehandelt, erteilte Hofer Ende Dezember 2015 diesem Ansinnen eine Absage. Er fühle sich zu jung und strebe das Amt nicht an, erklärte er in der "ZiB 2", um sich eine kleine Hintertüre offen zu lassen: Es werde eine "sehr schwere Aufgabe" sein, ihn zu einem Antreten zu bewegen. Exakt einen Monat nach diesem TV-Auftritt ging Hofer dann doch durch diese Hintertüre. Oder musste er sogar?

Neue strategische Option
Zu jenem Zeitpunkt schien es völlig unrealistisch, dass ein Kandidat der FPÖ tatsächlich Chancen auf das Bundespräsidentenamt haben könnte. Und außerdem: Wozu? Wozu dieses Amt anstreben, das man gar nicht will? Parteichef Strache wollte ursprünglich auch Ursula Stenzel nominieren, dürfte damit aber innerhalb der FPÖ nicht durchgekommen sein. So wurde es Hofer.

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Dokument erstellt am 2016-12-04 21:38:06



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