• vom 25.04.2013, 00:00 Uhr

Wahlen

Update: 25.04.2013, 11:56 Uhr

Kurt Scheuch

"Ein trauriger Tag für uns"




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  • FPK steht nach mehr als Halbierung der Stimmenanteile unter Schock
  • Für Grünen Holub hat "ganz Kärnten" gewonnen, SPÖ-Kaiser fordert Kassasturz.

Ein Danaergeschenk für den Landeshauptmann? Gerhard Dörfler (r.) ging aufgrund der Skandale in der FPK - nicht zuletzt rund um die Brüder Uwe und Kurt Scheuch (l.) - unter. - © photonews.at/Georges Schneider

Ein Danaergeschenk für den Landeshauptmann? Gerhard Dörfler (r.) ging aufgrund der Skandale in der FPK - nicht zuletzt rund um die Brüder Uwe und Kurt Scheuch (l.) - unter. © photonews.at/Georges Schneider

Wien. Im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung war die erste Hochrechnung gerade über die Bildschirme geflimmert, da hatte Kurt Scheuch schon ein Mikrofon vor dem Mund. Und der FPK-Chef hatte sichtbar Mühe, in der Minute der schweren Niederlage Fassung zu bewahren. "Es ist ein sehr trauriger Tag für uns, aber was die Menschen sprechen, ist immer richtig."

In seiner ersten Stellungnahme schloss der gezeichnete Scheuch personelle Konsequenzen aus, doch das dürfte mehr Wunsch als Realität sein. Der abgewählte Landeshauptmann Gerhard Dörfler kündigte "entsprechende Diskussionen" an und ließ auch offen, ob er weiterhin in der Politik bleiben wird. FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache machte dann dezidiert Änderungsbedarf geltend: "Wir brauchen einen Neustart", sagte Strache, der den "logischen Schritt" darin sieht, die FPK künftig wieder unter dem Namen FPÖ zu führen.

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Die Abwahl der bisherigen Regierungspartei war eine Abwahl mit Ohrfeigencharakter, und genau das schien für alle anderen Parteien beinahe das primäre Ziel dieser Landtagswahl gewesen zu sein- noch vor dem eigenen Ergebnis. "Das war nur noch eine Eventpolitik, die darin gegipfelt ist, dass sich der Landeshauptmann mit Hunderter-Scheinen hinsetzt und das Geld verteilt. Ich bin froh, dass das vorbei ist", so ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf.

Der grüne Spitzenkandidat Rolf Holub sprach sogar davon, dass "ganz Kärnten" gewonnen hätte. "Der gesamte Wahlkampf war ein Glaubwürdigkeitswahlkampf", erklärte Holub. Dass die Verluste für die FPK derart dramatisch ausfielen, überraschte alle Beteiligten doch. "Es war klar, dass es zu einem Wechsel kommen wird", sagte Wahlsieger Peter Kaiser (SPÖ), mit diesen Zahlen hätte er jedoch nicht gerechnet.

Auch das Team Stronach zeigte sich "mehr als erfreut" über das Ergebnis. "Wir haben so ein Resultat erhofft, aber nicht erwarten dürfen", erklärte Spitzenkandidat Gerhard Köfer. Er und Holub machten klar, dass sie Peter Kaiser zum Landeshauptmann wählen werden, und auch Wolfgang Waldner, neben Gabriel Obernosterer ÖVP-Spitzenkandidat Nummer zwei, sagte: "Ich gehe davon aus, dass sich die konstruktiven Kräfte durchsetzen."

ÖVP trotz Minus zufrieden
Über Zugewinne konnte sich die ÖVP nur zu Beginn des Wahlabends freuen, je länger er dauerte, desto weiter schrumpfte der Balken zusammen, dennoch war auch die ÖVP mit dem Erreichten zufrieden, zumal sich die Partei nach dem Urteil gegen Josef Martinz komplett erneuern musste: "Ich habe auf die Mündigkeit der Kärntner Wähler vertraut", sagte Waldner.

Kaiser kündigte an, Kärnten als designierter Landeshauptmann "in die Normalität zurückzuführen". Es sei nun ein Kassasturz notwendig, "denn nur auf Basis sicherer Zahlen ist eine Planung möglich", erklärte er. "Ich habe den Wahlkampf als Marathon verstanden. Was in den nächsten fünf Jahren folgt, wird ein Ultramarathon", sagte Kaiser, der ein passionierter Läufer ist.




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Dokument erstellt am 2013-03-03 18:26:04
Letzte nderung am 2013-04-25 11:56:04




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