• vom 25.04.2013, 00:00 Uhr

Wahlen

Update: 25.04.2013, 11:56 Uhr

Landtagswahl

SPÖ obsiegt, FPK zertrümmert




  • Artikel
  • Kommentare (2)
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Wolfgang Zaunbauer

  • In Kärnten stimmen die Wähler für einen Systemwechsel
  • Künftig fünf Parteien in der Landesregierung.



Wien/Klagenfurt. Die Tage der freiheitlichen Herrschaft in Kärnten sind gezählt. Bei der Landtagswahl am Sonntag haben die Kärntner für einen Systemwechsel gestimmt und die SPÖ erstmals seit 19 Jahren wieder auf Platz eins gewählt. Eine schallende Ohrfeige gab es hingegen für die in zahlreiche Skandale verstrickten Kärntner Freiheitlichen (FPK), die fast zwei Drittel der Stimmen verloren.

Er holte für die SPÖ Platz eins zurück: Peter Kaiser, wohl nächster Landeshauptmann.

Er holte für die SPÖ Platz eins zurück: Peter Kaiser, wohl nächster Landeshauptmann.© apa/Neubauer Er holte für die SPÖ Platz eins zurück: Peter Kaiser, wohl nächster Landeshauptmann.© apa/Neubauer

Mit 37,14 Prozent der Stimmen holte Spitzenkandidat Peter Kaiser für die Sozialdemokraten nicht nur den 1994 verlorenen ersten Platz zurück, sondern voraussichtlich auch den schon 1989 verlorenen Landeshauptmannsessel. In einer ersten Reaktion stellte er folglich auch den Anspruch auf den Regierungschef. Kaisers Wahl zum insgesamt achten Landeshauptmann seit 1945 dürfte eine reine Formsache sein. Damit wären erstmals mehr Bundesländer rot regiert als schwarz.


Gegenüber der Wahl 2009 konnte die SPÖ um 8,4 Prozentpunkte zulegen. Damit holt sie 14 von 36 Mandaten (bisher elf), drei von sieben Sitzen in der Landesregierung (bisher 2) und wird zur klar stärksten Kraft im Land.

System Haider zu Grabe getragen
Desaströs hingegen das Ergebnis der Kärntner Freiheitlichen, die von den Wählern für zahlreiche Korruptionsskandale abgestraft wurden. Nachdem man seit 1999 mit durchgehend mehr als 40 Prozent stärkste Partei in Kärnten war, stürzten Landeshauptmann Gerhard Dörfler und Parteichef Kurt Scheuch diesmal gnadenlos ab. Mit 17,1 Prozent (-27,8 Prozentpunkte) gab es für die Kärntner Freiheitlichen das schlechteste Ergebnis seit 1984 (16 Prozent). 1984 war die erste Kärntner Landtagswahl, in der Jörg Haider federführend mitmischte. Am Sonntag nun dürfte das System Haider zu Grabe getragen worden sein. Auch der Sonderweg der Kärntner Freiheitlichen innerhalb des Dritten Lagers ist nun infrage gestellt. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache erklärte, Kärnten sei zwar nach wie vor "ein freiheitliches Kernland", es wäre aber ein "logischer, konsequenter und richtiger Schritt", künftig unter der gemeinsamen Bezeichnung FPÖ aufzutreten. Nach nur vier Jahren wäre die FPK damit wieder Geschichte.

Die Niederlage bedeutet auch das Ende von Dörfler als Landeshauptmann. "Mit so einer Niederlage habe ich nicht gerechnet", sagt er. Er sei "durchgerasselt" und "Landeshauptmann außer Dienst". Als Grund für die Niederlage gab er an: "Die Menschen sind mit dieser Politik nicht zufrieden." Über seine weitere Zukunft hielt er sich in einer ersten Reaktion bedeckt: "Ich bin kein Versorgungsfall."

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Schlagwörter

Landtagswahl, Kärnten, Ergebnisse

2 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2013-03-03 18:44:06
Letzte nderung am 2013-04-25 11:56:31




Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Nächste Runde der Koaltionsverhandlungen
  2. Zeugnisse des Hasses
  3. 12-Stunden-Tag wird kommen
  4. "Ich weiß, dass es nicht sein wird"
  5. Preuner neuer Bürgermeister der Stadt Salzburg
Meistkommentiert
  1. An den Volksschulen gibt es wieder Noten
  2. Beschäftigungsbonus vor dem Aus?
  3. Strafende Bildungs(un)gerechtigkeit
  4. Postenpoker am Verhandlungstisch
  5. 12-Stunden-Tag wird kommen


Werbung


Werbung