• vom 25.04.2013, 00:00 Uhr

Wahlen

Update: 25.04.2013, 11:55 Uhr

Wählerstromanalyse

Ein Wandertag wie nie zuvor




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  • FPK verzeichnete größten Verlust einer Partei in der Zweiten Republik.



Klagenfurt. (sir) Es war ein ganz besonderer Wandertag an diesem 3. März in Kärnten: ein Wählerwandertag, wie es ihn in der Zweiten Republik noch nicht gegeben hat. Nie zuvor hat eine Partei bei einer Wahl ein derart großes Minus (27,8 Prozentpunkte) verzeichnet wie diesmal die Kärntner Freiheitlichen.


Dabei dürfte Gerhard Dörfler sogar einen Landeshauptmann-Bonus gehabt haben. Bei seinen Wählern verbuchte er bessere Werte als seine Konkurrenten bei deren Wählern. Rund 80 Prozent stimmten für Dörfler, um ihn im Amt zu bestätigen, kein anderer Kandidat schnitt bei den eigenen Sympathisanten besser ab.

Vom Einbruch der Freiheitlichen profitierten in erster Linie die SPÖ und das Team Stronach, immerhin 8000 FPK-Wähler wanderten aber laut Sora-Umfrage zu den Grünen, die eher selten freiheitliche Wähler ansprechen können. Dass die Grünen diesmal rund 4000 Stimmen an die SPÖ verloren, könnte wiederum mit dem von einigen Umfrage-Instituten vorhergesagten engen Rennen um Platz eins zusammenhängen. Immerhin waren fast 70 Prozent der SPÖ-Wähler der Überzeugung, dass Peter Kaiser neuer Landeshauptmann werden soll.

Wie auch in Niederösterreich lukrierte das Team Stronach überproportional viele Stimmen aus dem Pool der Nichtwähler. Doch während Stronach in Niederösterreich bei jungen Wählern (bis 30 Jahre) im landesweiten Durchschnitt lag, konnte er in Kärnten vor allem bei der Jugend punkten. Mit 20 Prozent erreichte das Team Stronach gar Platz zwei hinter der SPÖ in diesem Segment - noch vor den bei Jungen traditionell starken Grünen (18 Prozent). Dass die SPÖ bei den bis 30-Jährigen nur auf 24 Prozent kam, ist durchaus bemerkenswert.

Einen starken Zulauf hatten bei dieser Landtagswahl die Nichtwähler. Rund die Hälfte der von Sora befragten Wahlberechtigten, die diesmal nicht wählten, gaben an, wegen der Korruption daheimgeblieben zu sein. Mehr als 40 Prozent erklärten ihr Nichtwählen als Protest gegen die Kärntner Politik.




Schlagwörter

Wählerstromanalyse, Kärnten

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Dokument erstellt am 2013-03-04 18:23:04
Letzte Änderung am 2013-04-25 11:55:19




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