• vom 31.05.2015, 18:28 Uhr

Wahlen

Update: 02.06.2015, 11:30 Uhr

Landtagsawahlen Steiermark

Blaue treffen Rote ins Mark




  • Artikel
  • Lesenswert (5)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Jan Michael Marchart

  • Die steirischen Freiheitlichen feiern triumphalen Wahlsieg und pochen auf Mitsprache.

Lust aufs Mitregieren hat der steirische FPÖ-Spitzenkandidat Mario Kunasek. - © apa/Erwin Scheriau

Lust aufs Mitregieren hat der steirische FPÖ-Spitzenkandidat Mario Kunasek. © apa/Erwin Scheriau

010603wahlNEU

010603wahlNEU

Graz. Der sichere Sieger war die FPÖ schon im Vorfeld der steirischen Landtagswahlen. Die Prognosen sagten den Freiheitlichen um den wenig bekannten Spitzenkandidaten Mario Kunasek rund 20 Prozent voraus. Damit schon hätte die FPÖ ihr Ergebnis von 2010 (10,66) verdoppelt und ihr bestes Landesergebnis - 17,15 Prozent von 1995 - übertrumpft. Das allein wäre also ein großer Schritt der Partei gewesen. Doch die FPÖ begnügte sich nicht mit den guten Umfragewerten, der blaue Schlag gegen das Reform-Pärchen Franz Voves (SPÖ) und Hermann Schützenhöfer (ÖVP) sollte noch weit härter ausfallen. Am Ende konnten die Freiheitlichen ihr Ergebnis fast verdreifachen und erreichten - inklusive Briefwahl-Stimmen - 26,76 Prozent.

"Es ist ein blauer Erdrutsch, den wir heute in der Steiermark erlebt haben", sagte Kunasek. "Die Ausgrenzungspolitik uns gegenüber und damit auch einem Großteil der Steiermark gegenüber muss beendet sein."


Voves kündigte vor der Wahl an, aus seinem Amt zu treten, sollten die Sozialdemokraten unter die 30-Prozent-Marke fallen. Nach der Wahl klang das nicht mehr so eindeutig. Die Partei berät sich intern am Montag.

Kunasek will in Graz mitregieren
Der Landeshauptmann musste selbst in seiner Heimatgemeinde Vasoldsberg eine herbe Niederlage einstecken: Die SPÖ fiel hier um 7,4 Prozentpunkte auf 27,1 Prozent und erreichte damit nur noch Platz drei. Platz eins holten die Freiheitlichen mit 31,5 Prozent und einem Plus von 16,8 Prozentpunkten. Ihr stärkstes Ergebnis holte die FPÖ in Hartl. Dort gab es ein Plus von 32 Prozentpunkten. Mit 44,1 Prozent ist sie dort nun stärkste Partei.

Und Voves’ Heimatgemeinde war keine Ausnahme, sondern die Regel. Die Reformpartner rutschten landesweit tief nach unten. Mit einem Minus von jeweils rund 9 Prozentpunkten fielen sowohl SPÖ als auch ÖVP auf historische Tiefstände. Die SPÖ (29,3 Prozent) bleibt knapp aber doch vor der ÖVP (28,5 Prozent). Schon bei der letzten Landtagswahl trennten die Reformpartner nur wackelige 1,1 Prozentpunkte. Laut Umfragen spielen vor allem bundespolitische Themen eine große Rolle, wohl aber auch die negativen Folgen mancher Reformen.

Auch im Wahlkreis Graz und Umgebung legte die FPÖ deutlich zu. Mit rund 24 Prozent (plus 11,55 Protent) liegt sie hier dicht hinter der ÖVP (24,67 Prozent), die rund sieben Prozentpunkte einbüßt. Erster bleibt die SPÖ mit 28,45 Prozent (minus 5,72 Prozent). In der Weststeiermark legten die Blauen am meisten zu und halten nun bei 32 Prozent (plus 22,06 Prozentpunkte) und ließen SPÖ und ÖVP hinter sich.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-05-31 18:32:05
Letzte Änderung am 2015-06-02 11:30:55



Werbung




Werbung


Werbung