• vom 19.09.2014, 18:03 Uhr

Wahlen

Update: 19.09.2014, 18:35 Uhr

Blitzwahl hinterm Arlberg




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Von Walter Hämmerle

  • Am Sonntag wählt Vorarlberg einen neuen Landtag, die bundespolitischen Folgen halten sich in Grenzen.

Käse, von Hand gemacht und gut gereift wie dieser hier aus dem Bregenzer wald, gehört zu Vorarlberg wie der Tafelspitz zu Wien.

Käse, von Hand gemacht und gut gereift wie dieser hier aus dem Bregenzer wald, gehört zu Vorarlberg wie der Tafelspitz zu Wien. Käse, von Hand gemacht und gut gereift wie dieser hier aus dem Bregenzer wald, gehört zu Vorarlberg wie der Tafelspitz zu Wien.

Bregenz/Wien. Wahlschluss 13 Uhr - und das auch nur in den größeren Gemeinden; in den Talschaften schließen die Wahllokale gleich nach Ende des Kirchgangs. Die Vorarlberger haben es eben nicht so gern, wenn sich die Dinge endlos hinziehen und es doch eigentlich schneller gehen könnte. Wieso einen ganzen Tag verplempern, wenn es auch ein halber tut?

Die Landtagswahlen am Sonntag werden deshalb eine kurze Angelegenheit, schon am frühen Nachmittag werden Sieger und Verlierer feststehen. Die entscheidende Frage jedoch, nämlich mit wem die ÖVP von Landeshauptmann Markus Wallner die kommenden fünf Jahre regieren will, die wird am Wahlabend offen bleiben. Dass die Volkspartei ihre absolute Mehrheit verliert, damit wird allenthalben gerechnet. Zumal die letzten Ergebnisse der ÖVP im Ländle desaströs waren: 28,7 Prozent im Mai bei den EU-Wahlen und demütigende 26,3 Prozent bei den Nationalratswahlen 2013.

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Doch für die Vorarlberger Schwarzen waren das "Wiener Wahlen", bei denen die Bürger mit den Zuständen im Osten im Allgemeinen und jenen in der Bundes-ÖVP im Besonderen abrechneten. Jetzt dagegen gehe es um die eigene Arbeit, und man habe schließlich "ghörig", also recht ordentlich, gearbeitet, nicht nur die letzten fünf Jahre, sondern die ganzen vergangenen Jahrzehnte. Für eine Partei, die ein Land dominiert, geht es bei jeder Wahl immer um das große Ganze, um höhere Gerechtigkeit.

Apropos Gerechtigkeit: Ganz haben Wallner und die Seinen ihre Absolute noch nicht aufgegeben. Mit dem überraschenden Wechsel an der ÖVP-Spitze zu Reinhold Mitterlehner und den Einzug des gebürtigen Vorarlbergers Hans Jörg Schelling in das Finanzministerium hat die Partei wieder Morgenluft gewittert, zumal unter glücklichen Umständen schon 47 Prozent für die absolute Mehrheit an Mandaten ausreichen könnten. Wahrscheinlich ist das zwar noch immer nicht, aber auch nicht mehr ausgeschlossen. Und Mandatsgleichstand, also 18 Mandate für die ÖVP und 18 für alle anderen gemeinsam, das wäre doch auch schon ein sehr respektables Ergebnis - und durchaus in Reichweite. Zu Beginn des Wahlkampfs attestierte eine Umfrage der ÖVP noch einen Absturz unter die 40-Prozent-Marke.

VBG Grafik 1

VBG Grafik 1© WZ Online VBG Grafik 1© WZ Online

Mitgewirkt am Comeback der Volkspartei haben auch die Mitbewerber, die es nicht verstanden haben, im verhalten geführten Wahlkampf die Schwarzen in die Defensive zu zwingen, wobei das zugegeben in einem Land mit beschränkter Medienvielfalt nicht leicht ist. Nur so leicht hätte man es der ÖVP auch nicht machen müssen. FPÖ, Grüne, SPÖ und Neos zogen es vor, sich lieber als Koalitionspartner zu inszenieren.

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Dokument erstellt am 2014-09-19 18:08:06
Letzte ─nderung am 2014-09-19 18:35:55



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