Jerusalem/Wien. In Israel sprechen sich Feministinnen vehement dagegen aus, Bohrlöcher, die zur Gewinnung von Erdöl und -gas in den Boden getrieben werden, mit Frauennamen zu versehen. Das berichtet die Zeitschrift "Globes - Israels Business Arena" auf ihrer Homepage. Als israelische Medien zuletzt über Arbeiten am Bohrloch "Sara-1" berichteten, reagierten mehrere Frauenrechtsorganistationen mit einer geharnischten Protestnote: Die Unternehmen sollten sofort damit aufhören, Frauennamen für Ölförderung zu verwenden. "Wir bedauern, dass Leute, die Namen wie ‚Sara‘ oder ‚Myra‘ auswählen, Frauen im Kopf haben, wenn sie an Land für Bohrungen denken." Und weiter heißt es: "Unsere Namen und unsere Körper sind nicht zum Bohren da und die Verleihung derartiger Bezeichnungen verstärkt die Wahrnehmung von Frauen als Penetrations-Objekte."
Die Erklärung wurde von sechs Organisationen unterzeichnet, die Frauen in den verschiedensten Bereichen unterstützen, darunter auch "Juristinnen für soziale Gerechtigkeit" und das israelische Frauennetzwerk "Ahoti" ("Meine Schwester"). Hinter den Bezeichnungen, so die Organisationen weiter, würden sich "chauvinistische Botschaften" verstecken, dadurch würden Frauen im "allgemeinen Diskurs erniedrigt und zu Dingen herabgewürdigt".
Die Zeitschrift "Globes" lässt die Initiative nicht unwidersprochen: Die Aktivistinnen hätten wohl geflissentlich übersehen, heißt es hier, dass es in Israel Öl- und Gasvorkommen gebe, die nach Männern benannt seien. Etwa "Shimshon", "Gal", and "Yishai". Außerdem würden die Bohrstellen häufig nach weiblichen Familienmitgliedern der zuständigen Geologen benannt. So wäre "Tamar" die Enkelin des erfolgreichen und honorigen Geologen Yossi Langotski. Bei "Myra" und "Sara" wären die Töchter des Geologen David Peace, der für die Petromed Corporation arbeitet, gemeint.
Die "Financial Times" berichtet in diesem Zusammenhang von einer Debatte in Deutschland, wo die Tradition, Lufthochdruckgebiete mit Männernamen, Tiefs mit Frauennamen zu versehen, vor einigen Jahren ebenfalls von feministischer Seite massiv kritisiert worden sei.
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