New York. Der Wirbelsturm "Sandy" ist mit voller Wucht über der Ostküste der USA hinweg getobt und hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen. In den USA und Kanada forderte der Hurrikan mindestens 43 Todesopfer. Allein in der Millionenmetropole New York starben 18 Menschen.
Nach einem Bericht des Senders CNN waren in der Nacht auf Mittwoch noch immer 6,6 Millionen US-Bürger ohne Strom. Das öffentliche Leben in New York und anderen Küstenstädten kam zunächst nur zögerlich wieder in Gang - am Mittwoch soll zumindest der New Yorker Kennedy-Flughafen wieder aufmachen. Auch die US-Börsen New York Stock Exchange und Nasdaq wollen ihren Betrieb wieder aufnehmen.
Todesopfer gab es Behörden zufolge in acht US-Bundesstaaten zu verzeichnen. Zudem wurde eine Frau in Kanada getötet. Viele wurden von umstürzenden Bäumen erfasst. Zusammen mit den 67 Todesopfern in der Karibik starben durch "Sandy" über hundert Menschen.
New Yorks-Bürgermeister Michael Bloomberg rief zu einer Rückkehr zur Normalität auf. "New York ist morgen wieder im Geschäft", sagte er am Dienstagabend im Rathaus in Manhattan. Allerdings schränkte er ein: "Das gilt zumindest da, wo Strom ist." Insgesamt waren laut Bloomberg 750.000 Haushalte der Metropole ohne Strom. Allein 200.000 waren betroffen, als im Osten von Manhattan ein Umspannwerk explodierte. Es könnte bis zu einer Woche dauern, bis die Stromversorgung wieder vollständig hergestellt ist.
Das auf Risikoanalysen spezialisierte Unternehmen Eqecat schätzte die Summe der angerichteten Schäden auf 30 bis 50 Milliarden Dollar (bis zu 38,6 Milliarden Euro). "Sandy" sei einer der "zehn bis 15 zerstörerischsten Stürme" in der US-Geschichte, sagte der Präsident von Eqecat, Bill Keogh, im US-Fernsehen.
"Sandy" traf am Montagabend (Ortszeit) mit großer Kraft nahe des Ferienortes Atlantic City in New Jersey auf die Küste. Es wurden Windgeschwindigkeiten von 145 Kilometern in der Stunde gemessen. "Das ist ein Sturm, der hoffentlich nur einmal im Leben kommt", sagte der Meteorologe Jeffrey Tongue. Die Stadt New York hatte besonderes Pech, weil dort das gewöhnliche Hochwasser mit der Flutwelle des Sturms und dem besonders starken Wind zusammentraf.
Zahlreiche Straßen in Manhattan überflutet
An der Südspitze Manhattans in der Nähe der Wall Street stiegen Behörden zufolge die Wassermassen um vier Meter an. Bei Hurrikan "Donna" im Jahr 1960 waren es drei Meter. Überflutet waren mehrere Straßen in der Nähe von Ground Zero. An der New Yorker Aktienbörse gab es nach Angaben der Betreiberin NYSE Euronext keine Schäden, die den Handel beeinträchtigen könnten.


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