
Bei einem Schiffsunglück in Somalia sind nach Angaben der Vereinten Nationen 65 Menschen ertrunken. Das Boot sei vor der Küste des afrikanischen Landes gesunken, sagte ein UN-Sprecher am Donnerstag. Die 65 Insassen aus Äthiopien und Somalia seien alle ums Leben gekommen. Nähere Einzelheiten teilte der Sprecher nicht mit.
Das Boot war nach ersten Ermittlungen überfüllt und kenterte eine Viertelstunde nach dem Auslaufen aus dem Hafen Bosasso im Norden Somalias.

Im Februar 2011 waren in der Region bei einem ähnlichen Unglück 57 Flüchtlinge ums Leben gekommen. Rund 100.000 Menschen aus Äthopien oder Somalia überquerten in diesem Jahr bereits den Golf von Aden oder das Rote Meer beim Versuch der Auswanderung, häufig in dafür vollkommen untauglichen Booten.
Hintergrund
Somalia gilt als gescheiterter Staat, der in mehrere Teile zerfallen ist, von denen viele nicht über eine funktionierende Verwaltung verfügen. Seit 1991 bekämpfen einander zahlreiche regionale Machtgruppen, darunter Armeen lokaler Warlords, radikal-islamischer Gruppe und Piraten. Laut der Weltgesundheitsbehörde (WHO) sterben 180 von 1000 lebend geborenen Kindern vor dem 5. Geburtstag.
Der Golf von Aden ist darüber hinaus ein Zentrum der Piraterie und des Schmuggels.
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