• vom 13.09.2013, 11:30 Uhr

Weltchronik

Update: 13.09.2013, 17:32 Uhr

Bangladesch

Entschädigungsverhandlungen für Opfer gescheitert




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  • Nur wenige Markenkonzerne nahmen überhaupt teil.

Genf. Die Verhandlungen in Genf über Langzeit-Entschädigungszahlungen für die Opfer der Katastrophen in zwei Textilfabriken in Bangladesch sind gescheitert. Nur rund ein Drittel der eingeladenen Markenkonzerne hätten Vertreter geschickt, und nur ein einziges Unternehmen sei bereit zu konkreten Zusagen gewesen, sagte Ineke Zeldenrust von der Kampagne für saubere Kleidung (CCC), am Donnerstagabend in Genf.


"Wir sind sehr enttäuscht", sagte Zeldenrust. Große Konzerne wie Walmart, Benetton und Mango hätten keine Vertreter zu den Verhandlungen geschickt. Nur die irische Textilkette Primark habe sich zu Zahlungen verpflichtet. "Wir hatten gehofft, viel mehr erreichen zu können." Binnen zwei Wochen soll es aber weitere Verhandlungen geben.

4,3 Millionen für langfristige Entschädigungen notwendig

Bei den Gesprächen hinter verschlossenen Türen ging es um den Brand in der Textilfabrik Tazreen im vergangenen November, bei dem 110 Menschen starben, und um den Einsturz des Rana Plaza, bei dem im April mehr als 1100 Menschen ums Leben gekommen waren. Die Clean Clothes Campaign (CCC) verlangt langfristige Entschädigungen für die Familien der Opfer, die ihren Haupternährer oder die Haupternährerin verloren haben. Moderiert wurden die Gespräche in Genf zwischen den Markenkonzernen, Zulieferfirmen, Behördenvertretern und Arbeitnehmervertretern von der in Genf ansässigen Internationalen Arbeitsorganisation (ILO).

Die Kampagne für saubere Kleidung schätzt, dass umgerechnet rund 4,3 Millionen Euro nötig sind, um die Opfer des Brandes in Tazreen langfristig zu entschädigen. Für die Hinterbliebenen der Opfer von Rana Plaza fordert die Organisation rund 56 Millionen Euro. Bislang haben Opfer der Unglücke nur Einmalzahlungen erhalten.

Mit dem internationalen Brandschutz-Abkommen für die Textilindustrie in Bangladesch hat das Treffen in Genf nichts zu tun. Dem Abkommen hatten sich nach öffentlichem Druck rund 80 hauptsächlich europäische Textilketten angeschlossen.



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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2013-09-13 10:24:01
Letzte nderung am 2013-09-13 17:32:04



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