• vom 25.10.2013, 09:08 Uhr

Weltchronik

Update: 25.10.2013, 09:13 Uhr

Bo Xilai

Gericht lehnt Berufung Bo Xilais ab




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • China
  • Ex-Politstart muss lebenslang hinter Gitter und verliert gesamtes Vermögen.

Peking. Vor Gericht ist der gestürzte chinesische Spitzenpolitiker Bo Xilai mit der Berufung gegen seine Verurteilung zu lebenslanger Haft gescheitert. Trotz aller Gegenargumente des ehemaligen Parteichefs der Millionenmetropole Chongqing gebe es keine Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Urteils, teilte das Hohe Volksgericht der Provinz Shandong am Freitag mit. Bo wird bald seine Haftstrafe antreten müssen und verliert sein gesamtes Vermögen. Experten hatten die Entscheidung erwartet.

Werbung

Der Politkrimi um den ambitionierten Funktionär Bo hatte die Kommunistische Partei in die tiefste Krise ihrer jüngsten Geschichte gestürzt. Der frühere Polit-Star, der einst gute Aussichten auf einen Aufstieg in die neue Führungsspitze hatte, war nach ersten Enthüllungen im März 2012 als Parteichef der 30-Millionen-Metropole Chongqing gestürzt worden. Sein Rauswurf hatte den jahrelang vorbereiteten Generationswechsel an der Parteiführung im November des Jahres überschattet.

An fünf Prozesstagen hatte Bo vehement alle Vorwürfe der Korruption, Untreue und des Amtsmissbrauchs von sich gewiesen. Er habe niemals seine einflussreiche Stellung missbrauch, um den Mord seiner Frau Gu Kailai an dem befreundeten britischen Geschäftsmann Neil Heywood zur vertuschen. Das Urteil sei nicht gerecht, weil er ein erstes Geständnis nur unter Druck geschrieben habe und während des Verfahrens seine Frau als Zeugin nicht befragen durfte, argumentierte Bo vergeblich laut Gerichtsmitteilung vom Freitag.

Im Gerichtssaal waren nach Aussagen eines Sprechers mehr als 100 Zuschauer, darunter chinesische Journalisten. Die Beobachter waren sorgfältig ausgesucht worden. Ausländische Journalisten waren wie während der vorherigen Prozesstage und der Urteilsverkündung nicht zugelassen.

Der von Kritikern als Populist bezeichnete Bo Xilai ist Sohn des Revolutionsveteranen Bo Yibo, der zu den "Acht Unsterblichen" der Partei gehörte. Wegen seiner sozialen Politik und "roten Kampagnen" in Chongqing war er zur Galionsfigur der linken Kräfte in der Partei aufgestiegen und genießt bis heute viele Sympathien. Aktivisten aus Chongqing werfen ihm hingegen vor, in der Stadt ein Terrorregime aufgebaut zu haben, und systematisch alle Gegner ausgeschaltet oder weggesperrt zu haben. Diese Vorwürfe sind im Prozess jedoch nicht thematisiert worden.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2013-10-25 09:08:59
Letzte ─nderung am 2013-10-25 09:13:17



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Über Kirkuk weht die irakische Flagge
  2. "Bis jetzt haben wir Glück gehabt"
  3. Ein seltsamer Sieg
  4. USA und EU appellieren an Konfliktparteien im Nordirak
  5. Hausgroßer Asteroid 2012 TC4 flog knapp an der Erde vorbei
  6. Angst vor der Lungenpest
  7. Dutzende Tote bei US-Luftangriff auf IS-Stellungen im Jemen

Werbung




Kinderliteratur

Mausbär ist traurig

Erwin Moser mit Tiger und Co. bei der Arbeit. - © Apa/Wetzelsdorfer Wien/Gols. Der vielfach ausgezeichnete Kinderbuchautor und Illustrator Erwin Moser ist am Mittwochabend im Alter von 63 Jahren in Wien gestorben... weiter




Todesfall

Iraks Ex-Präsident Talabani gestorben

20171003tala - © APAweb/AP, Christophe Ena Bagdad. Der ehemalige irakische Präsident Jalal Talabani ist nach Angaben des irakischen Staatsfernsehens tot. Er sei in einem Krankenhaus in... weiter




Hubert Feichtlbauer

"Ein ganz großer Mann"

Lieber Hubert Feichtlbauer, jetzt hast Du es also geschafft. Zuletzt konntest Du den Tod nicht mehr erwarten. Was Dir bei der Erstellung der bösen... weiter




Deutschland

Ehemaliger CDU-Generalsekretär Heiner Geißler ist tot

München. Der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren, wie die "Süddeutsche Zeitung" am Dienstag unter... weiter






Werbung


Werbung