• vom 14.10.2014, 17:28 Uhr

Weltchronik

Update: 14.10.2014, 19:44 Uhr

Hungersnot

Zu wenig Geld, zu viele Krisen




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Von Daniel Bischof

  • Zu wenig Geld: UNO muss Lebensmittelhilfe in Syrien und Afghanistan einschränken.

Syrische Flüchtlinge stellen sich in einem türkischen Lager um Verpflegung an.

Syrische Flüchtlinge stellen sich in einem türkischen Lager um Verpflegung an.© epa/Tosun Syrische Flüchtlinge stellen sich in einem türkischen Lager um Verpflegung an.© epa/Tosun

Wien. Die mangelnde finanzielle Unterstützung hat das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen am Montag zu drastischen Kürzungen gezwungen. So hat das WFP, das sich durch Spenden der UN-Mitgliedsländer finanziert, damit begonnen, seine Lebensmittelhilfe für die Bevölkerung im bürgerkriegsgeplagten Syrien zu reduzieren. Die UN-Organisation wird zwar weiterhin Lebensmittel an 4,2 Millionen Menschen in Syrien verteilen, allerdings wird die individuelle Menge stark rationiert. Insgesamt sollen die Hilfsleistungen um 40 Prozent gesenkt werden. Auch die syrischen Flüchtlinge außerhalb des Landes werden ab November von den Kürzungen betroffen sein. Während das WFP im Libanon die Lebensmittelhilfe für die Flüchtlinge um 20 bis 30 Prozent senkt, wird es in der Türkei die Hilfen gar streichen.

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"Wir haben eine noch nie dagewesene Anzahl von Krisen weltweit", sagt Katharina Weltecke, Pressesprecherin des WFP-Büros in Berlin, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Derzeit gebe es fünf Krisen - in Syrien, im Irak, der Zentralafrikanische Republik, im Südsudan und Ebola in Westafrika -, die von der UNO als humanitäre Notfälle der Maximalstufe 3 eingestuft würden. Seit Etablierung dieses Notfallsystems sei das noch nie passiert, so Weltwecke. Dadurch seien die Kapazitäten des WFP zunehmend erschöpft. "Hinzu kommt, dass der Konflikt in Syrien die komplexeste Krise weltweit ist." Die Logistik und die Versorgung der Menschen mit Nahrungsmitteln stelle das WFP vor große Probleme.

Momentan hat das WFP aber auch mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen: Es mangelt an der Unterstützung durch die Geberländern. Es benötigt bis Ende des Jahres 280 Millionen Euro für die Hilfe in Syrien.

Bei zwei Geberkonferenzen für Syrien in Kuwait 2013 und 2014 wurden zwar von der Staatengemeinschaft bereits sechs Milliarden US-Dollar an Hilfsmittel zugesagt. Diese Zusagen wurden aber laut Kuwait nicht alle eingehalten. Das bestätigt auch Weltecke. Daher brauche man weiterhin mehr finanzielle Mittel, insbesondere von den traditionellen Geberländern: den Industriestaaten wie Österreich, aber auch von den arabischen Ländern, so Weltecke.

Kürzungen
in Afghanistan

Aufgrund der mangelnden Spendengelder kommt es aber auch in Afghanistan zu Kürzungen. Bis zu eine Million Menschen sollen kleinere Rationen erhalten.

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Schlagwörter

Hungersnot, Syrien, Afghanistan, UNO

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2014-10-14 17:35:04
Letzte nderung am 2014-10-14 19:44:57



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