• vom 16.06.2015, 10:06 Uhr

Weltchronik

Update: 18.06.2015, 13:52 Uhr

Vatikan

Umwelt-Enzyklika des Papstes vorab geleakt




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Von WZOnline/APA

  • Umfassende päpstliche Schrift will Dialog zum Schutz der Natur.

Wie kein Papst vor ihm hat sich Franziskus mit dem Menschen im Einklang mit der Natur beschäftigt.

Wie kein Papst vor ihm hat sich Franziskus mit dem Menschen im Einklang mit der Natur beschäftigt.© APAweb/AP, Gregorio Borgia Wie kein Papst vor ihm hat sich Franziskus mit dem Menschen im Einklang mit der Natur beschäftigt.© APAweb/AP, Gregorio Borgia

Vatikanstadt. Die erste allein von Franziskus erarbeitete Enzyklika, die auf Italienisch verfasst wurde, trägt den Titel "Laudato sii" (Gelobt seist du). Damit greift der Papst die Worte aus dem "Sonnengesang" seines Namenspatrons Franz von Assisi (1182-1226) auf. Sechs Monate vor dem UNO-Klimagipfel in Paris wird sie am Donnerstag erscheinen. Im Vorfeld stellte die römische Zeitschrift" L'Espresso" eine inoffizielle Fassung des Schreibens ins Internet.

Mit der Namensgebung für seine erste Enzyklika suche der argentinische Papst erneut den Brückenschlag zum Gründer der franziskanischen Spiritualität, hieß es im Vatikan. Dem Vernehmen nach trägt das Rundschreiben den Untertitel "Über die Verantwortung für unser gemeinsames Wohl". Das Lehrschreiben soll etwas kürzer werden als das Pontifikatsprogramm "Evangelii gaudium" vom November 2013, das etwa 90 Seiten hat. Die Erwartungen sind hoch, da kein Papst bisher in diesem Rahmen, systematisch und ausführlich auf die Zukunftsfrage der Menschheit wie die Umwelt eingegangen war.

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Rücksichtslose Menschheit

Nach Angaben des Vatikan befasst sich das Kirchenoberhaupt in der Enzyklika nicht nur mit ökologischen Fragen, sondern auch mit der "Bewahrung der göttlichen Schöpfung". Der Papst kritisiert darin die Rücksichtslosigkeit des Menschen gegenüber der Natur sowie den ausufernden Konsumismus und Kapitalismus. Zudem wende er sich gegen die Nutzung der Atomenergie. Franziskus ließ sich für die Enzyklika von zahlreichen Experten und Wissenschaftlern beraten.

In der Enzyklika wird der Papst laut Gerüchten auch den "Sonnengesang" kommentieren, ein Lob der Einheit von Mensch, Tier, Natur und Umwelt. Der argentinische Pontifex hatte zuletzt in seinen Ansprachen immer wieder vor bleibender Umweltzerstörung durch umstrittene Infrastrukturprojekte und Erdölexplorationsmethoden gewarnt. Er hatte auch in "Evangelii gaudium" eindringliche ökologische Passagen eingearbeitet.

2013 erste Enzyklika

Der argentinische Papst hatte im Juli 2013 seine erste Enzyklika vorgelegt. Das Rundschreiben zu grundlegenden theologischen Fragen mit dem Titel "Lumen Fidei" (Licht des Glaubens) wurde von Franziskus auf der Grundlage von Aufzeichnungen seines Vorgängers Benedikt XVI. vollendet. Im November 2013 erschien ein Apostolisches Schreiben des Papstes mit dem Titel "Evangelii Gaudium" (Freude des Evangeliums).




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2015-06-16 10:08:59
Letzte Änderung am 2015-06-18 13:52:19



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