• vom 29.11.2016, 18:52 Uhr

Weltchronik

Update: 30.11.2016, 12:26 Uhr

Ölförderung

Opec-Zerreißprobe




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Von Arian Faal

  • Die Drosselung der Ölförderung dürfte am Widerstand Irans und Iraks scheitern.



Wien. Kommt die erste Drosselung bei der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) seit 2008 bei der heutigen Sitzung in Wien zustande oder nicht? Rosig schaut es jedenfalls nicht aus: Der Ölpreis hat sich seit Mitte 2014 fast halbiert - vorrangig wegen des riesigen Überangebots. Die vorläufige Absichtserklärung der zerstrittenen Mitglieder bei einem Treffen in Algerien im September, die tägliche Förderung auf 32,5 bis 33 Millionen Fass zu senken, wackelt. Auch Nicht-Opec-Länder wie Russland sollen gegebenenfalls mitziehen. Ölexperten und internationale Beobachter sind mehr als skeptisch, ob ein Kompromiss gelingt.

Russland sagt Teilnahme ab
Die Anzeichen im Vorfeld zeugen jedenfalls von einem großen Konfliktpotenzial: Saudi-Arabien hatte zuletzt bereits betont, dass wegen einer stärkeren Nachfrage 2017 gar keine Förderkürzung nötig sei. Zudem wurde ein Treffen von Opec- und Nicht-Opec-Staaten am Montag auf Drängen Riads kurzfristig abgesagt und auf unbestimmte Zeit vertagt. Das Kartell traf sich vor zwei Tagen nur zu internen Beratungen und ging nach stundenlangen Verhandlungen ohne Ergebnisse auseinander. Russlands Energieminister Alexander Nowak sagte auch die Teilnahme an der Ministerkonferenz am Mittwoch offiziell ab. Zuvor hatte er bereits gesagt, dass eine Deckelung der Fördermenge eine "schwierige Situation" für Russland zur Folge hätte. Gegenüber der "Wiener Zeitung" meinten einige OPEC-Vertreter, dass man nicht den "Teufel an die Wand malen sollte". "Wir sind noch hoffnungsvoll, denn es wird kommuniziert", hieß es. "Lasst uns doch erst einmal eine Chance, bevor ihr schon vor Ende der Sitzung ein Scheitern verkündet", forderte ein anderer Diplomat mit dem Zusatz, dass es "nicht einfach wird, da der Karren festsitzt".

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Die internen Querelen sind dennoch unübersehbar und haben in der jüngsten Vergangenheit dazu geführt, dass eine Eindämmung der "Ölschwemme" verhindert wurde. Wenn all dies dazu führt, dass die verfügbare Ölmenge am Weltmarkt nicht verknappt wird, dürften auch die Preise von Benzin und Heizöl auf dem relativ niedrigen Niveau bleiben oder zumindest nicht viel teurer werden. Nachdem die Skepsis am Markt über das Zustandekommen einer Einigung größer wird, hat der Ölpreis wieder nachgegeben.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Jänner kostete am Dienstagvormittag 47,80 US-Dollar (45,15 Euro). Das waren um 44 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 37 Cent auf 46,70 Dollar. Seit Monaten diskutieren die 14 Opec-Länder, die vor allem dem Nahen Osten angehören, wie man aus der Misere herauskommt. Knackpunkt ist einmal mehr die Rivalität zwischen Teheran und Riad, die noch dazu wegen der Exekution eines hochrangigen schiitischen Klerikers im Jänner in Saudi-Arabien und dem darauffolgenden Sturm iranischer Hardliner auf die saudische Botschaft in Teheran keine diplomatischen Beziehungen unterhalten.

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Schlagwörter

Ölförderung, Iran, Irak

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-11-29 18:56:06
Letzte nderung am 2016-11-30 12:26:05



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