• vom 10.08.2017, 08:14 Uhr

Weltchronik

Update: 10.08.2017, 13:14 Uhr

Jemen

Schlepper soll Jugendliche ertränkt haben




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Von WZ Online, APA, Reuters, dpa

  • Drama vor der Küste Jemens: Schlepper zwingen erneut 180 Flüchtlinge, über Bord zu gehen.

Nicht alle Flüchtlinge haben das Glück, gerettet zu werden. - © APA, afp, Yara Nardi

Nicht alle Flüchtlinge haben das Glück, gerettet zu werden. © APA, afp, Yara Nardi

Genf.  Ein Flüchtlingsdrama hat sich offenbar im Golf von Aden zugetragen. Ein Schlepper ertränkte der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge vor der Küste Jemens 29 aus Somalia und Äthiopien stammende Migranten. Auf einem Boot habe der Schmuggler dort am Mittwoch mehr als 120 Migranten gezwungen, ins Wasser zu springen, berichtete die in Genf ansässige IOM.

Kurz darauf hätten Mitarbeiter der Organisation, die an die Vereinten Nationen angegliedert ist, am Strand 29 Leichen in flachen Gräbern entdeckt. 22 Migranten würden außerdem noch vermisst. Bei den Opfern dürfte es sich demnach vorwiegend um Jugendliche handeln.

"schockierend und unmenschlich"

Überlebende hätten berichtete, dass der Schlepper sie ins Wasser gestoßen habe, als er an der Küste Behördenmitarbeiter entdeckte, teilte IOM mit. Er habe sich dann auf den Rückweg nach Somalia gemacht, um auf derselben Route mehr Migranten an die jemenitische Küste zu bringen. Die Tat sei "schockierend und unmenschlich", sagte Laurent de Boeck, Leiter der IOM-Mission im Jemen.

IOM vermutet neuen Trend

Nach Angaben von IOM wurden am Donnerstag erneut etwa 180 Migranten gezwungen, von ihrem Boot ins stürmische Meer zu springen. Dabei seien offenbar 55 der Somalier und Äthiopier ertrunken. Es sei der zweite Vorfall dieser Art binnen zwei Tagen, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Donnerstag mit.

Das ist vielleicht der Beginn eines neuen Trends", sagte IOM-Sprecherin Olivia Headon der Nachrichtenagentur Reuters. "Die Schmuggler wissen, dass die Situation gefährlich für sie ist und auf sie geschossen werden könnte. Also setzen sie sie in der Nähe der Küste aus." 

Im Jemen kämpfen seit Jahren schiitische Houthi-Rebellen gegen Truppen der sunnitischen Regierung. Der Bürgerkrieg hat das bitterarme Land auf der arabischen Halbinsel in eine schwere Krise gestürzt. Dennoch kamen nach IOM-Schätzungen bisher rund 55.000 Migranten vom Horn von Afrika über das Rote Meer und den Golf von Aden. Teils hoffen sie auf Arbeit in den wohlhabenden Golfstaaten, teils flüchten sie vor Konflikten in ihren Heimatländern.





Schlagwörter

Jemen, Flüchtlinge, Schlepper, IOM

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-08-10 08:15:50
Letzte nderung am 2017-08-10 13:14:51



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