• vom 20.08.2017, 09:08 Uhr

Weltchronik

Update: 20.08.2017, 10:41 Uhr

Protest

Boston lehnt sich gegen Rassismus auf




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Von WZ Online, APA, AFP, Reuters

  • Tausende demonstrierten gegen Rechtsextremisten. Polizei nahm 27 Menschen fest. Trump lobte Beamte.

Eine riesiger Demostraßenzug stellt sich den Rechtsextrimsten entgegen, die am Samstag in Boston für Meinungsfreiheit protestierten.
 - © APAweb / Reuters, Stephanie Keith

Eine riesiger Demostraßenzug stellt sich den Rechtsextrimsten entgegen, die am Samstag in Boston für Meinungsfreiheit protestierten.
© APAweb / Reuters, Stephanie Keith

Boston/Washington. In der US-Stadt Boston haben sich am Samstag tausende Demonstranten einer Kundgebung weißer Nationalisten in den Weg gestellt. Medien in der Stadt im Bundesstaat Massachusetts schätzten die Teilnehmerzahl der antirassistischen Kundgebung auf 15.000 bis 30.000. Sie war damit weitaus größer als die Versammlung rechter Gruppen, die offenbar nur einige Dutzend Teilnehmer anzog.

Polizisten eskortierten die rechten Demonstranten durch die Menge der Gegendemonstranten. Größere gewalttätige Zusammenstöße wie eine Woche zuvor in Charlottesville im Bundesstaat Virginia blieben in Boston zunächst aus. Die Polizei berichtete von vereinzelten Rangeleien mit Demonstranten, Kundgebungsteilnehmer hätten Polizisten mit Flaschen und Steinen beworfen. Etwa 27 Menschen seien festgenommen worden.

Vorwurf an Polizei, sie schütze Rechtsextremisten

Einige antirassistische Kundgebungsteilnehmer warfen der Polizei empört vor, "Nazis" zu schützen, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Die Gegendemonstranten buhten die Rechten auf ihrem Weg zur Kundgebung aus. In Sprechchören wandten sie sich gegen "Faschisten" und den rassistischen Ku Klux Klan. Auf Luftbildern war zu sehen, dass die Gegendemonstranten eine der Hauptstraßen von Boston über mehrere Häuserblocks hinweg füllte.

US-Präsident Donald Trump würdigte den Einsatz der Polizei, die mit rund 500 Beamten an Ort und Stelle war. "Sieht so aus, als seien viele Anti-Polizei-Agitatoren in Boston", schrieb der Präsident auf Twitter. "Die Polizei wirkt hart und geschickt." In der vergangenen Woche hatte Trump einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, weil er sich nicht klar von den rechten Demonstranten in Charlottesville distanzieren wollte. Dort war eine Frau getötet worden, als ein mutmaßlicher Rechtsextremist sein Auto in eine Gruppe von Gegendemonstranten steuerte.

Für "Meinungsfreiheit"

Zu der Kundgebung in Boston hatten mehrere Gruppierungen vom rechten Rand aufgerufen. Offiziell gaben sie an, für die Meinungsfreiheit demonstrieren zu wollen. Die Stadtverwaltung hatte vorsichtshalber das Tragen jeglicher Waffen im Bereich der Kundgebungen verboten. Sie stellte Zementbarrieren und Müllwagen auf, um Anschläge mit Autos - etwa nach dem Vorbild von Charlottesville - zu verhindern.

Im Laufe des Tages waren weitere Kundgebungen in Dallas in Houston geplant.




Schlagwörter

Protest, Rassismus, Boston

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-08-20 09:13:54
Letzte ─nderung am 2017-08-20 10:41:32



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