• vom 15.09.2017, 12:45 Uhr

Weltchronik

Update: 15.09.2017, 13:34 Uhr

UNO

Mehr als 800 Millionen Menschen müssen hungern




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Von WZ Online, APA

  • Nach Jahren der Verbesserung der Lebensmittelversorgung sorgen Kriege, Dürren und Flutkatastrophen für eine Umkehr der Entwicklung.

Ein ausgetrocknetes Flussbeet im Vietnam. - © APAweb/AFP, HOANG DINH Nam

Ein ausgetrocknetes Flussbeet im Vietnam. © APAweb/AFP, HOANG DINH Nam

Rom. Weltweit haben 815 Millionen Menschen im vergangenen Jahr zu wenig zu Essen gehabt. Das waren 38 Millionen Menschen mehr als noch 2015, teilte die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in Rom mit. Die Zahl der Hungerleidenden stieg nach Jahren der Verbesserung der Lebensmittelversorgung wieder.

Ob sich diese Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzen werde, sei unklar. Das erklärte Ziel, Hunger und Mangelernährung bis 2030 zu beenden, könne nur erreicht werden, wenn Frieden und Stabilität sichergestellt würden, warnten die UN. Denn dass mehr Menschen Hunger litten, liege neben den Folgen des Klimawandels in erster Linie an der Zunahme der Gewaltkonflikte in aller Welt.

Information

Die FAO erarbeitete den Jahresbericht erstmals in Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Link: Food and Agriculture Organization of the United Nations

Mehr Konflikte 

Die Hälfte der Menschen, die zu wenig zu essen haben, lebt dem Bericht zufolge in Krisengebieten. Im vergangenen Jahrzehnt sei die Anzahl der Konflikte dramatisch gestiegen, die gewaltsamen Auseinandersetzungen würden zudem immer komplexer.

In Bürgerkriegsländern wie dem Südsudan, Nigeria, Somalia und dem Jemen besteht die Gefahr einer Hungersnot, der stärksten Form einer Hungerkrise. "Wir können uns nicht erlauben, diese Alarmglocken länger zu ignorieren", sagte ein FAO-Sprecher laut einer Mitteilung.

Doch nicht nur in Krisenregionen habe sich die Versorgungslage verschlechtert. Gegenden, in denen Frieden herrsche, litten unter Dürren und Flutkatastrophen, die teilweise mit der starken Ausprägung des Wetterphänomens El Nino zusammenhingen. Auch ein globaler Rückgang der Wirtschaftsleistung habe zur Verschlechterung der Lebensmittelversorgung beigetragen.

Rund elf Prozent der Weltbevölkerung 

Der Anteil der Hungerleidenden entspricht etwa elf Prozent der Weltbevölkerung. Die meisten Betroffenen leben in Afrika (243 Millionen) und Asien (520 Millionen). Millionen Kinder leiden als Folge von Hunger an Mangelerscheinungen. Sie sind häufig zu klein für ihr Alter und wiegen zu wenig für ihre Körpergröße.





Schlagwörter

UNO, Hunger, Klimawandel

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-15 13:11:14
Letzte nderung am 2017-09-15 13:34:57



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