• vom 02.10.2017, 08:51 Uhr

Weltchronik

Update: 02.10.2017, 18:32 Uhr

Todesschüsse in Las Vegas

FBI geht von Einzeltäter aus




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Von WZOnline, APA, dpa, Reuters

  • Mindestens 50 Menschen wurden erschossen und mehr als 400 verletzt.

Der Plan von Las Vegas mit dem Ort der Schießerei. - © APA

Der Plan von Las Vegas mit dem Ort der Schießerei. © APA

Der Schütze soll ein Einwohner gewesen sein. Die Polizei fahndete nach einer Frau, die mit dem Mann im Hotel abgestiegen war.

Der Schütze soll ein Einwohner gewesen sein. Die Polizei fahndete nach einer Frau, die mit dem Mann im Hotel abgestiegen war.© APAweb / Getty Images, afp, David Becker Der Schütze soll ein Einwohner gewesen sein. Die Polizei fahndete nach einer Frau, die mit dem Mann im Hotel abgestiegen war.© APAweb / Getty Images, afp, David Becker

Las Vegas. Ein 64-jähriger Schütze hat in der Nacht auf Montag bei einem Musikfestival in der US-Touristenmetropole Las Vegas mindestens 50 Menschen umgebracht und mehr als 400 verletzt, einige davon schwerst. Das teilte die Polizei am Montag im Bundesstaat Nevada mit. Nie zuvor in der Kriminalgeschichte der USA kamen bei einem derartigen Verbrechen mehr Menschen ums Leben.

In der Zwischenzeit hat der IS die Bluttat für sich reklamiert. Der Schütze, der mindestens 50 Menschen tötete, sei vor einigen Monaten zum Islam konvertiert und ein "Soldat" des Islamischen Staates gewesen, berichtete das IS-Sprachrohr "Amak".  Nach ersten Erkenntnissen des FBI stehen die Todesschüsse nicht in Zusammenhang mit einer international agierenden Terrororganisation.

Nach und nach wurden die Details der Tragödie bekannt: Laut Polizei feuerte der Schütze am Sonntag gegen 22.00 Uhr (Ortszeit) vom 32. Stockwerk eines Hotel an der berühmten Casino-Meile aus auf Besucher des Konzerts. Zur Tatzeit sollen rund 30.000 Besucher dort gewesen sein.

Täter identifiziert

Die Polizei berichtete weiter bei dem mutmaßlichen Täter soll sich um den 64 Jahre alten Stephen Paddock handeln. "Wir glauben, dass es ein Einzeltäter ist. Ein einsamer Wolf", sagte Bezirks-Sheriff Joe Lombardo bei einem Presse-Briefing Montagfrüh. Im Hotelzimmer wurden zahlreiche Waffen sichergestellt. nach Angaben der Polizei hat er sich wahrscheinlich selbst getötet. "Wir glauben, dass er sich selbst das Leben genommen hat, bevor wir eingedrungen sind", so Lombardo.

Die Polizei suchte zunächst außerdem nach einer Frau, die sich mit dem Todesschützen in einem Hotelzimmer aufgehalten haben soll. Sie sei gefunden worden, teilte die Polizei kurz darauf mit. Die Frau war zuvor als Marilou Danley identifiziert worden und wohnte Medienberichten zufolge möglicherweise mit dem Täter zusammen.

Polizei fordert Bevölkerung zur Mithilfe auf

Die Polizei hatte auf Twitter ein Foto der Frau veröffentlicht und die Bevölkerung zur Mithilfe bei der Suche aufgerufen. Sie bezeichnete Danley aber nicht als mögliche Komplizin, sondern teilte lediglich mit, sie solle befragt werden. Lombardo sprach von einer "Person von Interesse". Gesucht wurde am Montag in Verbindung mit dem Schützen auch nach zwei Autos.

Der Tatort befand sich nahe dem Mandalay Bay Resort and Casino - es gehört wegen seiner goldschimmernden Fassade zu den markanten Gebäuden des Unterhaltungsboulevards Las Vegas Strip. Die Schüsse fielen bei dem Route 91 Country Music Harvest Festival. Augenzeugen berichteten von Hunderten Schüssen.

"Wir krochen über Tote" 

Viele Menschen hätten blutüberströmt am Boden gelegen, sagte ein junger Mann dem Sender CNN. Die Konzertbesucherin Cari Copeland Pearson sagte: "Wir krochen über Tote." Sie habe viele Schüsse gehört, vermutlich aus einem automatischen Gewehr. Ein weiterer Augenzeuge sagte CNN: "Menschen begannen, wie Fliegen zu fallen". Viele hätten sich zu Boden geworfen, um sich vor den Schüssen in Sicherheit zu bringen. "In der ganzen Innenstadt war Sirenengeheul zu hören, SWAT-Einsatzkommandos waren ebenso unterwegs", berichtete ein APA-Journalist aus Las Vegas.

Dem Außenministerium in Wien lagen bis Mittag (MESZ) keine Informationen über mögliche Opfer aus Österreich vor. "Das zuständige Generalkonsulat in Los Angeles wurde aber eingeschalten", sagte Sprecher Thomas Schnöll.

Trump kondoliert per Twitter

Stunden nach dem Blutbad hat US-Präsident Donald Trump per Twitter den Opfern und Hinterbliebenen sein Mitgefühl ausgesprochen und kondoliert. Trump schrieb von einer "schrecklichen Schießerei". Der Präsident endete seinen Tweet mit "Gott schütze Euch".

Die Polizei rief die Bevölkerung kurz nach den Schüssen per Twitter dazu auf, die Gegend nahe der Meile voller riesiger Casinos sowie des Flughafens zu meiden. Sie schrieb auch, dass einige Flüge, die eigentlich auf dem nahe gelegenen Airport der Stadt landen sollten, umgeleitet wurden. Der bekannte Boulevard der Metropole, der sogenannte Strip, wurde zeitweise zur Gänze gesperrt.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-02 08:54:49
Letzte nderung am 2017-10-02 18:32:46



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