• vom 08.02.2011, 16:45 Uhr

Weltpolitik

Update: 18.03.2014, 19:18 Uhr

Russland

"2011 wird Jahr von Blut und Tränen"




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  • Tschetschenischer Rebellenchef Doku Umarow bekennt sich zum Terroranschlag auf den Moskauer Flughafen
  • Weitere Anschläge angekündigt.
  • Umarow steht seit 1994 auf der Liste der Meistgesuchten.

Doku Umarow ernannte sich zum "Emir des Kaukasus" und führt "Heiligen Krieg" gegen den Kreml. Foto: epa/Intelcenter

Doku Umarow ernannte sich zum "Emir des Kaukasus" und führt "Heiligen Krieg" gegen den Kreml. Foto: epa/Intelcenter

Doku Umarow ernannte sich zum "Emir des Kaukasus" und führt "Heiligen Krieg" gegen den Kreml. Foto: epa/Intelcenter

Doku Umarow ernannte sich zum "Emir des Kaukasus" und führt "Heiligen Krieg" gegen den Kreml. Foto: epa/Intelcenter Doku Umarow ernannte sich zum "Emir des Kaukasus" und führt "Heiligen Krieg" gegen den Kreml. Foto: epa/Intelcenter

Moskau  Der tschetschenische Rebellenchef Doku Umarow hat sich in einer Videobotschaft zu dem Selbstmordanschlag auf dem Moskauer Flughafen Domodedowo am 24. Jänner bekannt und weitere Anschläge angekündigt. Der Chef der islamistischen Gruppe Kaukasus-Emirat drohte, das Jahr 2011 werde ein Jahr von "Blut und Tränen" sein. Den Moskauer Anschlag bezeichnete er als Vergeltung für die "russischen Verbrechen im Kaukasus".


Russland befürchtet nun auch Attentate während der Präsidentenwahl im kommenden Jahr oder während der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi am Schwarzen Meer, unweit der Konfliktregion Nordkaukasus.

Zweite Videobotschaft

Schon in einer ersten Videobotschaft, die am Sonntag veröffentlicht worden war, hatte Umarow gesagt, dass radikale Untergrundkämpfer aus dem Nordkaukasus "einen Bruder" zu einer "speziellen Operation" nach Moskau geschickt hätten, ohne den Flughafen Domodedowo ausdrücklich zu erwähnen.

Bei dem Anschlag in der Ankunftshalle des Moskauer Flughafens waren 36 Menschen - darunter zwei österreichische Staatsbürger - getötet und mehr als hundert verletzt worden.

In der Vorwoche hatten die Ermittler angegeben, bei dem Attentäter handle es sich möglicherweise um einen 20-Jährigen aus dem Nordkaukasus.

Doku Umarow, der seit dem ersten Tschetschenien-Krieg 1994 auf der Flucht ist, steht seither auf der Liste der meistgesuchten Männer Russlands. Immer wieder entkam der Islamistenführer und selbsternannte "Emir des Kaukasus" in den dicht bewaldeten Tälern der Region seinen Jägern. Und immer wieder schlägt er von dort aus zu. Bereits mehrmals wurde er von der russischen Armee fälschlicherweise für tot erklärt.

Viele Jahre war er ein Wegbegleiter der führenden Aufständischen. Er kämpfte unter dem damaligen Präsidenten Aslan Maschadow, mit dem er sich später zerstritt, gegen die russischen Truppen. Als russische Sicherheitskräfte Maschadows Nachfolger im Präsidentenamt, Abdulchalim Saidullajew, getötet hatten, rückte Umarow im Juni 2006 an die Spitze. Umarow galt auch als Verbündeter des von russischen Spezialeinheiten getöteten Milizenchefs Schamil Bassajew, der unter anderem 2004 die Geiselnahme in der Schule von Beslan leitete, die mit einem Sturmangriff russischer Einheiten und 330 Toten, überwiegend Schulkindern, endete.

Krieg gegen Kreml

Im Oktober 2007 wandte sich Umarow von den im Exil lebenden Rebellenführern ab und rief das "Kaukasus-Emirat" sowie den "Heiligen Krieg" gegen den Kreml aus.




Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2011-02-08 16:45:48
Letzte Änderung am 2014-03-18 19:18:09



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