• vom 30.04.2012, 21:47 Uhr

Weltpolitik

Update: 16.01.2013, 13:48 Uhr
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Durch Sicherheitskräfte des Präsidenten

Schüsse in Malis Hauptstadt Bamako



  • Menschenrechtler beklagen Kriegsverbrechen in Mali.
  • Vergewaltigung, Folterungen und Hinrichtungen vor allem im Norden.

Bamako. Sicherheitskräfte des Präsidentenpalastes in Mali haben am Montagabend in der Hauptstadt Bamako um sich geschossen. Wie ein Augenzeuge berichtete, hatte ein Sicherheitsbeamter eine Brücke unter seine Kontrolle gebracht und Schüsse in die Luft abgefeuert. Ein anderer Beobachter erklärte, mehrere Schüsse in der Nähe des Gebäudes des staatlichen Fernsehens gehört zu haben.

Militärputsch und seine Folgen

Das Militär hatte am 22. März den bisherigen Präsidenten Toure aus dem Amt geputscht. In Verhandlungen mit der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) willigte die durch Sanktionen nach dem eskalierenden Konflikt mit Tuareg-Rebellen und Islamisten im Norden Malis unter Druck geratene Junta in einen Machtverzicht ein. Interimspräsident Dioncounda Traore soll nun gemeinsam mit einer Übergangsregierung Präsidentschafts- und Parlamentswahlen vorbereiten.

Menschenrechtler beklagen Kriegsverbrechen in Mali

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat am Montag eine Reihe von Kriegsverbrechen im Norden von Mali beklagt. In der von Tuareg und arabischen Milizen kontrollierten Region werde etwa die Vergewaltigung von Frauen als Kriegswaffe eingesetzt. Zudem habe die Organisation Beweise für Hinrichtungen, Folterungen und öffentliches Auspeitschen, wie HRW-Vertreterin Corinne Dufka am Montag in der senegalesischen Hauptstadt Dakar erklärte.

Die Zwischenfälle ereigneten sich nach HRW-Darstellung in der letzten März-Woche sowie in den ersten beiden Wochen im April. Damals hatte ein Militärputsch für ein Machtvakuum gesorgt, ehe eine Übergangsregierung das Ruder in Malis Hauptstadt Bamako übernahm. Tuareg-Rebellen riefen in dieser Zeit in dem Wüstengebiet im Norden den Staat Azawad (Land der Nomaden) aus. Dieser wurde bisher jedoch von keinem einzigen Land anerkannt.

"Bewaffnete Gruppen haben in den vergangenen Wochen die Zivilbevölkerung terrorisiert", sagte Dufka. Sie hatte zuvor den Norden Malis mehrere Tage lang besucht. Sie forderte von den Befehlshabern dieser Banden, mehr auf die Disziplin ihrer Kämpfe zu achten.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-30 21:50:54
Letzte Änderung am 2013-01-16 13:48:29


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