• vom 08.08.2012, 22:00 Uhr

Weltpolitik

Update: 09.08.2012, 09:05 Uhr
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Kampf um Vorherrschaft in Aleppo

"Barbarische und wilde Angriffe"



  • Syrische Armee meldet Einnahme der Rebellenhochburg, Aufständische dementieren

Aleppo. In der syrischen Handelsmetropole Aleppo hat es am Mittwoch heftige Kämpfe um das Viertel Salaheddin gegeben. Während die Armee die Einnahme der Rebellenhochburg meldete, hieß es von seiten der Aufständischen, sie hätten nach dem Eintreffen von Verstärkung die Regierungstruppen teilweise zurückgedrängt. Unterdessen trafen rund 2400 syrische Flüchtlinge, darunter vier hochrangige Offiziere, in der Türkei ein.

Amnesty International stellt Aufnahmen aus dem Weltall zur Verfügung. Sie dokumentieren die Verwüstung in der syrischen Stadt Aleppo. (Foto zum vergrößern bitte anklicken.)

Amnesty International stellt Aufnahmen aus dem Weltall zur Verfügung. Sie dokumentieren die Verwüstung in der syrischen Stadt Aleppo. (Foto zum vergrößern bitte anklicken.) Amnesty International stellt Aufnahmen aus dem Weltall zur Verfügung. Sie dokumentieren die Verwüstung in der syrischen Stadt Aleppo. (Foto zum vergrößern bitte anklicken.)

"Unsere Streitkräfte haben die volle Kontrolle über Salaheddin erlangt und den Terrorgruppen schwere Verluste zugefügt", wurde ein Armeevertreter von der amtlichen Nachrichtenagentur SANA zitiert. Ein Vertreter der Sicherheitskräfte in Damaskus sagte der Nachrichtenagentur AFP, nachdem der Armee im Zuge heftiger Kämpfe die Einnahme der beiden Hauptstraßen gelungen sei, sei das restliche Verteidigungssystem der Rebellen unerwartet schnell zusammengebrochen.

"Barbarische und wilde Angriffe"

Ein Offizier der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA), Abdel Dschabbar al-Okaidi, sagte AFP, es habe "barbarische und wilde Angriffe" gegeben, die Armee habe aber nicht die volle Kontrolle errungen. Ein Kommandant der FSA-Brigade Nur al-Hak sagte AFP, nachdem sie Verstärkung durch 700 Kämpfer aus angrenzenden Vierteln erhalten hätten, sei es ihnen gelungen, drei der fünf Straßenzüge zurückzuerobern, die sie an die Armee verloren hatten.

Suche nach Überlebenden nach einem Bombenangriff auf Tel Rafat, rund 37 Kilometer nördlich von Aleppo.

Suche nach Überlebenden nach einem Bombenangriff auf Tel Rafat, rund 37 Kilometer nördlich von Aleppo.APAweb / Reuters/ GORAN TOMASEVIC Suche nach Überlebenden nach einem Bombenangriff auf Tel Rafat, rund 37 Kilometer nördlich von Aleppo.APAweb / Reuters/ GORAN TOMASEVIC

Assad im TV

Der Angriff erfolgte einen Tag nachdem sich Präsident Bashar al-Assad zum ersten Mal seit zwei Wochen im Staatsfernsehen gezeigt hatte. Assad sagte, seine Regierung sei "entschlossen, das Land von den Terroristen zu säubern und den Terrorismus ohne Unterlass zu bekämpfen". In den vergangenen Tagen hatte die Regierung an die 20.000 Soldaten um Aleppo zusammengezogen, denen etwa 6000 bis 8000 Rebellen gegenüberstehen.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden landesweit 58 Menschen getötet, darunter 36 Zivilisten, 16 Soldaten und sechs Rebellen. Allein in Aleppo habe es 15 Tote gegeben. Demnach waren neben Salaheddin auch die Viertel Kartaji, Tarik al-Bab und Shaar weiter heftig umkämpft. Derweil trafen 2399 syrische Flüchtlinge in der Türkei ein, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi berichtete. Demnach waren darunter zwei Generäle, zwei Oberste und 33 weitere Offiziere.

Die Armee nimmt Kolleratalschäden in Kauf: In Aleppo sind nach Flächenbombardements ganze Straßenzüge zerstört.

Die Armee nimmt Kolleratalschäden in Kauf: In Aleppo sind nach Flächenbombardements ganze Straßenzüge zerstört.APAweb / Reuters / Obeida Al Naimi Die Armee nimmt Kolleratalschäden in Kauf: In Aleppo sind nach Flächenbombardements ganze Straßenzüge zerstört.APAweb / Reuters / Obeida Al Naimi




Schlagwörter

Aleppo, Syrien, Bürgerkrieg, Russland

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-08 10:20:23
Letzte Änderung am 2012-08-09 09:05:09


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