
Damaskus. Ein Bombenanschlag vor einer Kommandozentrale der syrischen Armee hat am Mittwochmorgen das Zentrum der Hauptstadt Damaskus erschüttert. Zu der Tat bekannte sich die Rebellen-Armee FSA (Freie Syrische Armee). In dem Gebäude hätten gerade Armeeoffiziere mit Mitgliedern der regimetreuen Shabiha-Miliz über die nächsten Militäroperationen beraten, sagte der Leiter des FSA-Koordinationskommandos in Syrien, Maher Nuwaimi, der Nachrichtenagentur AFP.
Über die Zahl der Opfer herrscht Uneinigkeit. Während offiziell von drei Verletzten die Rede ist, geht die FSA laut Al-Arabiya von mindestens 100 getöteten Armeeangehörigen aus, die sich zum Zeitpunkt der Explosion in dem fast völlig zerstörten Gebäude befunden haben sollen. Glück hatten indes die UN-Beobachter: Sie kamen unbeschadet davon, obwohl sich das Hotel, in dem sie untergebracht sind, in unmittelbarer Nähe jenes Parkplatzes befindet, wo der mit Sprengstoff beladene Tanklaster in die Luft gejagt wurde und auch mehrere UN-Fahrzeuge ausbrannten.
Unterdessen bombardierten Kampfjets der Regierung die Rebellenhochburg Azaz nahe der türkischen Grenze. Dabei sollen laut Aufständischen mindestens 30 Menschen getötet worden sein. Sie veröffentlichten ein Beweisvideo, das blutüberströmte Leichen und eingestürzte Gebäude zeigte.
OIC will Mitgliedschaft Syriens ruhend stellen
Machthaber Bashar al-Assad ist international mittlerweile fast völlig isoliert. Die Organisation der Islamischen Kooperation (OIC), ein Zusammenschluss von 57 muslimischen Staaten, will Syriens Mitgliedschaft ruhend stellen. Gegen den Ausschluss, der vor allem symbolischen Charakter hat, protestierte bei einem Gipfeltreffen in Mekkaeinzig der Iran.
Zuvor hatte US-Verteidigungsminister Leon Panetta das Regime in Teheran eindringlich davor gewarnt, sich in den Konflikt einzumischen. Es gebe Hinweise, dass der Iran in Syrien Milizen aufzustellen versuche, um Assad zu unterstützen. Die USA würden aber jede Art der Einmischung verhindern, erklärte Panetta.