• vom 22.08.2012, 13:09 Uhr

Weltpolitik

Update: 22.08.2012, 17:28 Uhr
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Russland und USA unfreiwillig Verbündete bei der Sicherung von Chemiewaffen

Angst vor Giftgas in Syrien



Die Zerstörungen der Granaten bei Aleppo sind sichtbar. Bei der geschundenen Bevölkerung wächst die Angst vor dem Einsatz unsichtbarer B- und C-Waffen.

Die Zerstörungen der Granaten bei Aleppo sind sichtbar. Bei der geschundenen Bevölkerung wächst die Angst vor dem Einsatz unsichtbarer B- und C-Waffen.apaWeb / Reuters / AJ / SAP Die Zerstörungen der Granaten bei Aleppo sind sichtbar. Bei der geschundenen Bevölkerung wächst die Angst vor dem Einsatz unsichtbarer B- und C-Waffen.apaWeb / Reuters / AJ / SAP

Nachdem US-Präsident Barack Obama Syrien ungewohnt deutlich vor "enormen Konsequenzen" gewarnt hat, falls die Regierung im Kampf gegen die Rebellen ihr umfangreiches Arsenal an Chemiewaffen einsetze, ist hinter den Kulissen hektische Betriebsamkeit ausgebrochen. Russland, der treueste Verbündete der syrischen Regierung, ist angeblich davon überzeugt, dass Syrien die C-Waffen nicht zum Einsatz kommen werden.

Information

Die Chemiewaffenkonvention (CWK) wurde am 3. September 1992 von den Mitgliedstaaten der Genfer Abrüstungskonferenz verabschiedet und trat am 29. April 1997 in Kraft. Nicht unterzeichnet wurde sie von Angola, Burma, Ägypten, Israel, Nordkorea, Somalia, Südsudan und Syrien.

Laut der Tageszeitung Kommersant habe Damaskus in einem "vertraulichen Dialog" zudem versichert, das Arsenal sei sicher zu verwahrt. Als Quelle nennt das Blatt einen Mitarbeiter des Außenministeriums. Dieser sagte dem Blatt, Russland halte es für vollkommen glaubwürdig, dass die USA ihre Drohung mit einem Militäreinsatz wahrmachten, sollte Syrien die Massenvernichtungswaffen einsetzen. Eine offizielle Bestätigung der Meldung gab es nicht.

Syrien soll einen umfangreichen Vorrat an Chemiewaffen gebunkert haben, darunter Sarin, Senfgas und VX. Besonders in Israel wird aber auch befürchtet, dass die Waffen in die Hände von radikalen Islamisten fallen, die sich den Aufständischen angeschlossen haben. Auch ein Diffundieren der Waffen zur radikalschiitischen Hisbollah im Libanon wird befürchtet.

Für Russland wären C-Waffen in den Händen von  Dschihadisten eine Katastrophe, da sie ziemlich bald im Kaukasus auftauchen würden.

Kommersant berichtete, die USA hätten die Rebellen eindringlich gewarnt "nicht einmal in die Nähe der Lager- und Produktionsstätten" vorzurücken. Die Gegner von Präsident Bashar al-Assad würden sich an die Vorgabe halten, zitierte das Blatt den Regierungsvertreter, der darin einen Beleg für den Einfluss des Westens auf die Aufständischen sah.

Syrien ist eines der insgesamt acht Länder, die nicht Mitglied der Chemiewaffenkonventionsind, die Entwicklung, Herstellung, Besitz, Weitergabe und Einsatz chemischer Waffen verbietet. Völlig unklar ist auch, inwieweit Damaskus über biologische Waffen verfügt. Laut NATO-Angaben hat Syrien an der Entwicklung von Waffen auf der Basis von Anthrax, Cholera, Pest, Pocken und Tularämie gearbeitet.

Obamas Interessen

Während mehrere Kommentatoren in den Hinweisen auf die Massenvernichtungswaffen eine  Parallele zur Vorbereitung des Irakkrieges 2003 unter George W. Bush sehen, bezeichnete der USA-Experte Josef Braml die militärischen Drohungen von US-Präsident Barack Obama als Abschreckungsstrategie. Der Wissenschaftler bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) erklärte, die USA hätten derzeit wenig Interesse an einer Intervention in Syrien, nachdem sie sich mit den Kriegen im Irak und in Afghanistan übernommen hätten.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-22 13:13:05
Letzte Änderung am 2012-08-22 17:28:04


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