
Luanda. In Angola hat die regierende Partei MPLA von Staatspräsident Jose Eduardo dos Santos die Parlamentswahl klar gewonnen. Für die MPLA votierten rund 74 Prozent der Wähler, sagte eine Sprecherin der Wahlkommission in Luanda nach Auszählung von 68 Prozent der Stimmen. Es war die zweite Wahl in dem südafrikanischen Land seit dem Ende des Bürgerkriegs 2002.
Die größte Oppositionspartei, die frühere Rebellengruppe Unita, die nach der Unabhängigkeit von Portugal in einem 27-jährigen Bürgerkrieg gegen die MPLA kämpfte, kam den Angaben zufolge auf knapp 18 Prozent. Die erst im März gegründete Casa-Partei des Unita-Abweichlers Abel Chivukuvuku erhielt 4,6 Prozent. Knapp zehn Millionen Wähler waren für den Urnengang am Freitag registriert.
Fünf weitere Jahre für Dos Santos
Die MPLA von Dos Santos, der das ölreiche Land seit 33 Jahren regiert, hatte bereits im Vorfeld als klarer Favorit gegolten. Die Angolaner entschieden am Freitag über die Verteilung der 220 Sitze im Parlament. Nach der 2010 geänderten Verfassung wird der Chef der stärksten Partei Staatschef. Damit dürfte der 70-jährige Dos Santos weitere fünf Jahre Präsident bleiben.
Die Wahl verlief nach Angaben der Polizei ohne Zwischenfälle. Der Leiter der Wahlbeobachter der Afrikanischen Union (AU), der ehemalige kapverdische Präsident Pedro Verona Pires, beschrieb die Organisation des Wahlgangs als "zufriedenstellend". 2008 hatte die Regierung nach einer chaotischen Abstimmung die Wahl um einen Tag verlängert.
Die MPLA, die seit der Unabhängigkeit von Portugal 1975 an der Macht ist, hatte bei der Wahl vor vier Jahren 81 Prozent der Stimmen erreicht. Die Unita unter ihrem Vorsitzenden Isaias Samakuva war 2008 nur auf zehn Prozent der Stimmen gekommen. Der 66-Jährige kritisiert vor allem, dass der Ölreichtum des Landes nur einer Elite zugute kommt. Angola ist der zweitgrößte Ölproduzent Afrikas.
Auch wenn dem aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Dos Santos Korruption und eine autoritäre Amtsführung vorgeworfen werden, verbesserte sich das Leben der Angolaner in den vergangenen Jahren. Allerdings lebt mit 55 Prozent immer noch mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze, es herrscht Massenarbeitslosigkeit, und die Schere zwischen armen und reichen Menschen ist groß.