• vom 12.09.2012, 23:15 Uhr

Weltpolitik

Update: 12.09.2012, 23:18 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



US-Militär bittet radikalen christlichen Pastor um Zurückhaltung

Rätselraten um Identität von islamkritischem US-Filmemacher



  • In einem Zusammenschnitt wird der muslimische Prophet Mohammed als Frauenheld, Kinderschänder und Mörder verunglimpft.

Aus Wut über den Film hatten militante Islamisten am Dienstag die US-Botschaft in Kairo gestürmt. Bei einem Angriff auf das US-Konsulat im ostlibyschen Benghazi wurden der Botschafter und drei US-Mitarbeiter getötet. - APAweb/Adel Hana/AP/dapd

Aus Wut über den Film hatten militante Islamisten am Dienstag die US-Botschaft in Kairo gestürmt. Bei einem Angriff auf das US-Konsulat im ostlibyschen Benghazi wurden der Botschafter und drei US-Mitarbeiter getötet. APAweb/Adel Hana/AP/dapd

Washington. Über die Identität des Machers eines anti-islamischen Films, der zu Angriffen auf die US-Botschaften in Libyen und Ägypten geführt hat, sind wilde Spekulationen entbrannt. Ein Beteiligter an dem Filmprojekt sagte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, Sam Bacile sei gar nicht der richtige Name des Regisseurs. Auch war inzwischen unklar, ob es sich tatsächlich um einen US-Bürger israelischer Abstammung handelt.

  Der Filmemacher sei untergetaucht, sagte Steve Klein, der nach eigenen Angaben an dem umstrittenen Film "Innocence of Muslims" ("Unschuld der Muslime") mitgearbeitet hat. Klein erklärte, er kenne den richtigen Namen des Mannes auch nicht. Dem Regisseur, der sich ihm gegenüber ebenfalls unter dem Pseudonym Sam Bacile vorgestellt habe, drohe das gleiche Schicksal wie dem niederländischen Filmemacher Theo Van Gogh, der 2004 wegen eines islamkritischen Films ermordet worden war. "Wenn er seine Identität preisgibt, wird er sicher ermordet", sagte Klein.

Mohammed als Kinderschänder und Mörder verunglimpft  
In einem 14-minütigen Zusammenschnitt von amateurhaft produzierten Filmszenen, der auf dem Videoportal Youtube online gestellt wurde, wird der muslimische Prophet Mohammed als Frauenheld, Kinderschänder und Mörder verunglimpft. Aus Wut über den Film hatten militante Islamisten am Dienstag die US-Botschaft in Kairo gestürmt. Bei einem Angriff auf das US-Konsulat im ostlibyschen Benghazi wurden der Botschafter und drei US-Mitarbeiter getötet.

  Der Filmemacher hatte sich in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" am Dienstagabend als israelischstämmiger US-Bürger ausgegeben, der eigentlich im Immobiliengeschäft in Kalifornien tätig sei und das Kapital für das Filmprojekt bei jüdischen Spendern aufgetrieben habe.

 
Jones sorgt für Aufregung
Bekannt wurde der Amateurfilm laut "New York Times" erst, als ein aus Ägypten stammender und in den USA lebender koptischer Christ das Video auf seinem Blog veröffentlichte. Möglicherweise stammt der Filmemacher aus dem Umfeld der koptischen Gemeinde. Klein sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Mann habe Verwandte in Ägypten und sei sehr besorgt. "Sie sind auch im Untergrund, sie verstecken sich", sagte Klein, der in der Vergangenheit selbst mit islamfeindlichen Äußerungen in radikalen christlichen Kreisen in Erscheinung getreten ist.

  In die Kontroverse hat sich auch der umstrittene Pastor Terry Jones aus Florida eingeschaltet, der im Frühjahr 2011 mit der Verbrennung des Korans blutige Proteste in der islamischen Welt ausgelöst hatte. Jones hatte umgehend erklärt, den anti-islamischen Film in seiner Kirche zeigen zu wollen. Der US-Generalstabschef Martin Dempsey zeigte sich besorgt über mögliche Gefahren für US-Soldaten, die in Afghanistan und anderen muslimischen Staaten stationiert sind. Nach Angaben seines Sprechers bat er Jones in einem kurzen Telefongespräch, sich von dem Film zu distanzieren.



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-09-12 23:17:08
Letzte Änderung am 2012-09-12 23:18:35


Beliebte Inhalte



Snowden auszuliefern, würde das Image Hongkongs "für immer beflecken". - APAweb / Reuters / Bobby Yip
  • Computerexperte deckte lediglich "Bürgerrechtsverletzungen" auf.
  • weiter

Nach Facebook und Microsoft gibt nun auch Apple Einblick in die Datenüberwachung der US-Regierung. Zwischen 4000 und 5000 Anfragen von Behörden seien...weiter

Feuer im Netz: Die Demonstranten senden laufend Tweets und Facebook-Statusmeldungen von den Auseinandersetzungen. - reuters
  • Soziale Medien wie Twitter werden zu Katalysatoren kreativer Bilderproduktion.
  • weiter

In der Stadt Uttarkashi rissen die Wassermassen Häuser mit. -  Reuters
  • Überschwemmungen und Erdrutsche in Uttarakhand
  • weiter
  • Update vor 34 Min.

  • Großereignisse verschlingen viel Geld, Sozialprobleme bleiben ungelöst.
  • weiter

Die US-Geheimdienste lesen mit. - © Andrea Danti - Fotolia.com
  • Unter Barack Obama wurde das Programm noch ausgeweitet.
  • weiter

In Hongkong versteckt: Ex-NSA-Mann Snowden. - ap
  • Held oder Verräter: Heftige Reaktionen auf Enthüllungen.
  • weiter

Ein Bub kämpft auf der Seite der Free Syrian Army. - reuters
  • Die UNO berichtet von Kindersoldaten, Exekutionen und warnt vor Massakern.
  • weiter

Die Überwachung des Internets durch den US-Geheimdienst hat bei Politikern kaum für Empörung gesorgt. Die Maßnahmen werden als notwendig im Kampf gegen den Terrorismus erachtet. - APAweb / EPA, Jim Lo Scalzo
  • In Deutschland will sich Innenausschuss des Bundestages damit befassen.
  • weiter

Stets siegessicher - Ahmadinejad konnte sich anfänglich als Anwalt der Armen profilieren. - ap
  • Hohe Inflation, hohe Arbeitslosigkeit, hohe Selbstmordrate - der Iran heute.
  • weiter




Werbung



Umfrage

Werbung


Guten Tag, Lubango! Der Giraffen-Junge kam am Samstag, 15. Juni, zur Welt.

17.06.2013: Die Zwanziger Jahr des vergangenen Jahrhunderts leben beim Jazz Age Picnic in New York wieder auf. Zum achten Mal findet die Veranstaltung an zwei Wochenenden im Sommer auf Governor's Island statt. Kunstraub der anderen Art: Von einer Hauswand  in London ausgemeißelt wurde im Februar das Banksy-Graffitikwerk "Slave Labour". Kurz darauf tauchte es bei einem Auktions-Haus in Miami in Florida wieder auf. Am 2. Juni wiederum wurde es trotz Proteste um 1,1 Millionen Dollar in London versteigert. Das Kulturbild der Woche geht nun für zwei Wochen auf Urlaub und ist am 24.Juni wieder zurück.

Ein frömmelnder Heuchler schleicht sich in das Vertrauen eines alten Patriarchen und versucht, sich alles anzueignen, was diesem teuer ist: Frau, Haus und Tochter. Abgespielt hatte sich das Ganze in der Wohnküche eines Landhauses, auf den Brettern des Akademietheaters. Im Bild: Gert Voss (r.) als "Orgon", Edith Clever (m.) als "Dorine" und Adina Vetter als "Marianne". Ein Farbenrausch während der Eröffnungszeremonie.

Werbung