
Beirut/Aleppo. Nach Angaben der libanesischen Armee hat eine "große Zahl" syrischer Rebellen in der Nacht zum Samstag einen ihrer Posten im Osten des Libanon angegriffen. Opfer habe es bei dem Überfall von Kämpfern der Freien syrischen Armee nahe des libanesischen Dorfs Arsal nicht gegeben, teilte das Militär mit. Es sei bereits der zweite derartige Angriff innerhalb weniger als einer Woche. Soldaten seien zur Verstärkung in das Gebiet entsandt worden und hätten die Verfolgung der bewaffneten Männer aufgenommen, die in Richtung der syrischen Grenze geflohen seien.
Bei Angriffen und Kämpfen im Gebiet der syrischen Metropole Aleppo wurden nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens elf Soldaten und fünf Rebellen getötet. Die syrische Armee will der Beobachtungsstelle zufolge um jeden Preis verhindern, dass die Rebellen das westliche Gebiet der Provinz Aleppo mit der Provinz Idlib verbinden, weil sie dann die Kontrolle über eine größere, bis zur türkischen Grenze reichenden Region innehätten.
Aleppo unter Beschuss
Aleppo stand am Samstag erneut unter schwerem Beschuss. Artillerieschüsse und schwere Explosionen waren in der ganzen Stadt zu hören. Laut Beobachtungsstelle wurden am Morgen unter anderem die Bezirke Hanano, Arkub und Marje bombardiert.
In der südlichen Provinz Daraa, die wie Aleppo zu den Hochburgen der Gegner von Präsident Bashar al-Assad zählt, gab es Aktivisten zufolge in der Ortschaft Al-Hara eine Welle von Festnahmen und Razzien. Nahe der Hauptstadt Damaskus wurde zudem bei Kämpfen ein Deserteur der syrischen Armee getötet. In und um Homs, der drittgrößten Stadt des Landes nach Damaskus und Aleppo, wurden demnach fünf Soldaten getötet.
Kämpfe bei Grenzposten zu Jordanien
Nach Oppositionsangaben gab es in der Nähe eines belebten Grenzübergangs nach Jordanien heftige Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Aktivisten meldeten am Samstag einen massiven Beschuss der Gegend um den Grenzort Nasib, an dem die Autobahn von Damaskus zur jordanischen Hauptstadt Amman vorbeiführt. Außerhalb Syriens halten sich derzeit rund 257.000 Flüchtlinge auf, viele von ihnen in Jordanien.
FSA verlegt Kommandozentrale
Die oppositionelle Freie Syrische Armee (FSA) hat ihre Kommandozentrale von der Türkei nach Syrien verlegt. Wie die Gegner des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad am Samstag in einem im Internet veröffentlichten Video mitteilten, wechselte die Führung der FSA "in die befreiten Regionen" in Syrien. FSA-Chef Riad al-Assaad sprach dabei von "einer guten Nachricht für unser freies und heroisches syrisches Volk".