Aleppo. Die syrischen Rebellen haben am Donnerstag einen angekündigten Großangriff für die Machtübernahme in der Wirtschaftsmetropole Aleppo gestartet. "Entweder gehört Aleppo heute Abend uns oder wir sind geschlagen", sagte der desertierte Offizier Abu Furat, der die aufständische Brigade al-Tawhid, anführt, der Nachrichtenagentur AFP.
Eine AFP-Reporterin sah in Aleppo Aufständische, die sich in Gruppen in Schulgebäuden im Stadtviertel Isaa organisierten und Granaten abfeuerten. In einem im Internet verbreiteten Video der al-Tawhid-Brigade sagte ein Mann in Zivil, der Angriff auf die Truppen von Staatschef Bashar al-Assad habe "an allen Fronten begonnen". "So Gott es will, wird die Schlacht von Aleppo entscheidend sein", sagte der Mann und gab anschließend Anweisungen an die Kämpfer.
Es gebe heftige Kämpfe in den Stadtvierteln Isaa und Seif al-Dwala, teilte die Londoner Beobachtungsstelle für Menschenrechte unter Berufung auf die Aufständischen vor Ort weiter mit. Dort seien "hunderte Kämpfer" im Einsatz. Kämpfe um die Vormacht in Aleppo gibt es seit mehr als zwei Monaten. Die Regierung in Damaskus hatte am Dienstag mitgeteilt, die regulären Truppen hätten das Stadtviertel Arkub im Osten von Aleppo zurückerobert.
An diesem Freitag will sich am Rande der UNO-Vollversammlung auch die internationale Syrien-"Freundesgruppe" treffen, der mehrere Dutzend Staaten - darunter Österreich - und internationale Organisationen angehören. Ziel soll ebenfalls die Stärkung der in sich zerstrittenen Opposition sein. Der SNC gilt als wichtigstes Bündnis der Assad-Gegner.