• vom 03.10.2012, 18:30 Uhr

Weltpolitik

Update: 03.10.2012, 18:41 Uhr
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Carnegie-Stiftung: Taliban könnten nach 2014 wieder an der Macht sein



  • Düstere Prognose: Nach Nato-Rückzug bricht Kabuler Regierung zusammen.



Washington. (apa/sei) Die radikalislamischen Taliban könnten nach dem für 2014 vorgesehenen Rückzug der Nato-Truppen in Afghanistan wieder an die Macht kommen. Diese Einschätzung vertritt die außenpolitische Denkfabrik "Carnegie Endowment for International Peace" in Washington in einem kürzlich veröffentlichten Bericht. Die mit dem Westen
verbündete Regierung in Kabul werde demnach nicht in der Lage sein, sich gegen die Taliban
wirtschaftlich und militärisch zu
behaupten.

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"Das afghanische Regime wird mit ziemlicher Sicherheit in einigen Jahren zusammenbrechen", heißt es in dem vom französischen Afghanistan-Experten Gilles Dorronsoro verfassten Text unter dem Titel: "Warten auf die Taliban". Es gebe keinen klaren Plan für die Zukunft. Washington werde nach und nach seinen Einfluss in Kabul verlieren. Und die Drohnen-Operationen in Pakistan seien kein glaubwürdiger Weg, um Jihadisten im Grenzgebiet zu bekämpfen, meint Dorronsoro.

Die Taliban ("Schüler") hatten von 1996 bis Oktober 2001 den größten Teil Afghanistans beherrscht und boten Al-Kaida-Terroristen Unterschlupf. Ihre Regierung wurde während der US-geführten Intervention durch Truppen der afghanischen Vereinten Front in Zusammenarbeit mit amerikanischen und britischen Spezialeinheiten gestürzt. Ihre Führer konnten sich durch einen Rückzug nach Pakistan halten. Seit 2003 führen die Taliban ausgehend von Pakistan eine Kampagne gegen die afghanische Regierung und die internationalen Truppen der Isaf.

Interessant auch der Vergleich zwischen der sowjetischen Besatzung und dem Engagement der Nato: Die urbanen Eliten Afghanistans hätten beide Projekte gutgeheißen, Pakistan habe aber sowohl die Mujahedin gegen die Sowjets sowie die Taliban gegen die Nato unterstützt. Der Grund in beiden Fällen: Pakistan fürchtet den Einfluss Indiens beim nördlichen Nachbarn.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-03 18:35:14
Letzte Änderung am 2012-10-03 18:41:08


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