• vom 18.10.2012, 07:57 Uhr

Weltpolitik

Update: 18.10.2012, 16:15 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Brahimi reist nach Damaskus

44 Tote bei Luftangriff in Syrien



  • Iran für Vorschlag des Waffenstillstandes.
  • Oppositioneller Nationalrat will in Katar tagen.

Türkische Einheiten bei der Patrouille an der syrischen Grenze. - APAweb/EPA/AYKUT UNLUPINAR

Türkische Einheiten bei der Patrouille an der syrischen Grenze. APAweb/EPA/AYKUT UNLUPINAR

Damaskus/Doha/Washington. Der Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi wird am Wochenende noch einmal in Damaskus vorsprechen - allerdings ohne einen konkreten Friedensplan. Brahimi werde am Samstag in der syrischen Hauptstadt erwartet, meldete das Staatsfernsehen am Donnerstag. Ob der Vermittler von UNO und Arabischer Liga bei seinem zweiten Besuch in Syrien Präsident Bashar al-Assad treffen wird, blieb offen. Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und der Opposition gehen indes unvermindert weiter, bei einem Luftangriff im Nordwesten des Landes kamen 44 Menschen ums Leben.

Werbung

Die syrische Regierung hat bisher nicht einmal Brahimis Vorschlag für eine Waffenruhe während des islamischen Opferfestes Eid al-Adha in der kommenden Woche zugestimmt. Der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) erklärte sich in der Angelegenheit für nicht zuständig. "Der SNC kann über Brahimis Vorschlag nicht entscheiden, denn dieser betrifft die bewaffneten Gruppen in Syrien", sagte Mohammed Najati Tajjara.

Iran für Waffenstillstand
Der Iran hingegen kündigte seine Unterstützung für Brahimis Vorschlag an. "Die anhaltenden Kämpfe und das Morden unschuldiger und unbewaffneter syrischer Staatsbürger sind inakzeptabel", so der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad in einer Erklärung, die am Donnerstag in kuwaitischen Medien veröffentlicht wurde. Die Lösung für den Konflikt müsse aber "vom syrischen Volk kommen".

Unterdessen setzte die syrische Luftwaffe ihre Angriffe auf die Rebellenhochburgen fort. Landesweit starben am Donnerstag laut Aktivisten 98 Menschen. Am heftigsten tobten die Kämpfe im Umland von Damaskus und in der Provinz Idlib an der Grenze zur Türkei. Bei einem Luftagriff auf die Stadt Maaret al-Numan kamen laut Rettungskräften insgesamt 44 Menschen ums Leben. Zuvor hatte ein Arzt von mindestens 20 Toten und 30 Vermissten gesprochen. Kampfflugzeuge der syrischen Luftwaffe hatten die Stadt den ganzen Vormittag überflogen.

EU-Sanktionen treffen angeblich Volk
Das Assad-Regime, das auf die EU-Sanktionen anfangs noch mit einem Schulterzucken reagiert hatte, erklärte derweil, die Zwangsmaßnahmen zeigten jetzt Wirkung. Sie träfen aber nicht die Führungsriege, sondern das Volk. Ein Beamter des Außenministeriums erklärte: "Diese Sanktionen treffen den syrischen Bürger. Sie haben aus einem Bürger, der von seiner eigenen Hände Arbeit lebt, einen Empfänger humanitärer Hilfe gemacht."




Schlagwörter

Syrien, Türkei, Konflikt

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-18 07:59:59
Letzte Änderung am 2012-10-18 16:15:33


Beliebte Inhalte



In Syrien gefallener Hisbollah- Kämpfer wird im Libanon zu Grabe getragen. - reuters
  • Aufhebung des Waffen-Embargos für Syrien: EU streitet, Faymann droht.
  • weiter

Trümmerfeld in Al-Qusayr – die Stadt hat das Pech, strategisch wichtig zu sein. - APAweb / AP / Qusair Lens
  • Deutscher Geheimdienst sieht Assad-Truppen auf der Siegerstraße.
  • weiter

Die laufende Erprobung im Ernstfall beschert Israels Waffenproduzenten einen Vorteil. - ap
  • Armee ist Teil des Bildungsapparats und mit Gesellschaft eng verzahnt.
  • weiter

  • Justizausschuss im Senat gibt parteiübergreifend grünes Licht.
  • weiter

  • Islamisten töteten tausende Menschen, nun fliegt Armee Luftangriffe gegen sie.
  • weiter

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan will ein härteres Vorgehen gegen Syrien. - APAweb / Reuters, Umit Bektas
  • USA setzen auf politische Lösung.
  • weiter

Trümmerfeld in Al-Qusayr – die Stadt hat das Pech, strategisch wichtig zu sein. - APAweb / AP / Qusair Lens
  • Deutscher Geheimdienst sieht Assad-Truppen auf der Siegerstraße.
  • weiter

PKK-Mitglieder sammeln Unterschriften für die Freilassung Öcalans am Fuße der Zitadelle in Erbil. - sven
  • Syrien-Konflikt beflügelt Frieden zwischen Kurden und Türken.
  • weiter

Dominik N. und zwei Finnen sind frei. - APAweb / APA, Robert Jäger
  • Dominik N. wird im Heeresspital betreut.
  • weiter

Brot für Deir al-Zor. Ein junges Mädchen verkauft an einer zerstörten Straßenecke Brot. - reuters
  • Zahl der Kriegsopfer und Flüchtlinge droht die Helfer zu überfordern.
  • weiter




Werbung



Umfrage

Werbung


Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

Werbung