• vom 20.10.2012, 19:26 Uhr

Weltpolitik

Update: 21.10.2012, 16:11 Uhr
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Nach Attentat wächst die Angst vor bewaffneten Konflikten

Beginnt ein neuer Bürgerkrieg im Libanon?



  • Anti-Syrien-Proteste begleiten Beisetzung von Geheimdienstchef.

Das Begräbnis von Geheimdienstchef Wissam al-Hassan wurde von Massenprotesten begleitet.

Das Begräbnis von Geheimdienstchef Wissam al-Hassan wurde von Massenprotesten begleitet.APAweb / AP / Hussein Malla Das Begräbnis von Geheimdienstchef Wissam al-Hassan wurde von Massenprotesten begleitet.APAweb / AP / Hussein Malla

Beirut. Wütende Demonstranten haben am Sonntag versucht, den Sitz des libanesischen Premierministers Najib Mikati zu stürmen. Nachdem sie die äußerste Zugangsbarriere durchbrochen hatten, hinderte sie die Polizei jedoch mit Tränengas daran, ins Innere des Gebäudes vorzudringen. Auch zahlreiche Schüsse waren im Zentrum Beiruts zu hören.

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Nach dem Bombenanschlag auf den syrien-kritischen Chef des Polizei-Geheimdienstes wächst im Libanon die Angst vor einem neuen Bürgerkrieg. Tausende Demonstranten warfen am Sonntag bei der Beisetzung des getöteten Brigadegenerals Wissam al-Hassan der eigenen Regierung zu enge Beziehungen zum syrischen Präsidenten Bashar al-Assad vor. Sie schwenkten libanesische Fahnen und riefen: "Wir wollen den Rücktritt dieser syrischen Regierung."

Der Protest im Zentrum der Hauptstadt Beirut wurde begleitet von stark bewaffneten Spezialeinheiten, die sich aber zurückhielten. Die Regierung um Ministerpräsident Nadjib Mikati, der auch pro-syrische Mitglieder angehören, hatte zuvor ihren Rücktritt angeboten. Sie bleibt auf Bitten des christlichen Präsident Michel Sleimane (Suleiman) aber zunächst im Amt.

Die Oppositiongruppen von "March 14" machen Syrien für das Attentat verantwortlich und fordern Konsequenzen.

Die Oppositiongruppen von "March 14" machen Syrien für das Attentat verantwortlich und fordern Konsequenzen.apaweb / EPA - Hamzeh Die Oppositiongruppen von "March 14" machen Syrien für das Attentat verantwortlich und fordern Konsequenzen.apaweb / EPA - Hamzeh

Frankreich beschuldigt Syrien

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sagte in Paris, es deute einiges auf eine Beteiligung Syriens an dem Anschlag hin. Der Vorfall zeige, wie dringend der Abgang Assads in Syrien sei. Ein westlicher Diplomat bezeichnete die Lage im Libanon als instabil. "Ich weiß nicht, ob das (der Anschlag auf Hassan, Anm.) der erste einer ganzen Serie ist - aus der Historie heraus würde ich es vermuten." Unter allen Zielen für ein Attentat sei Hassan dasjenige gewesen, das die Stabilität des Libanon am meisten ins Wanken bringen habe können.

Landesweit demonstrierten am Wochenende zehntausende Sunniten gegen den Anschlag, bei dem neben Hassan zwei weitere Menschen getötet wurden. Nach dem weltweit verurteilten Attentat verstärkte die Regierung die Sicherheitsvorkehrungen, Soldaten bezogen an strategisch wichtigen Plätzen Stellung.

Regierungschef Mikati sagte, er sehe einen Zusammenhang zwischen dem Anschlag und einer jüngst von Hassan aufgedeckten Attentats-Verschwörung, die zur Anklage gegen Ex-Minister Michel Samaha geführt hatte. Samaha gilt als Anhänger Assads. Präsident Sleimane forderte die Justiz auf, möglichst schnell die Anklageschrift gegen Samaha fertigzustellen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-10-20 19:29:27
Letzte Änderung am 2012-10-21 16:11:58


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