• vom 24.07.2015, 18:09 Uhr

Weltpolitik


USA

Donald Trump schadet nicht - vorerst




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Von Alexander U. Mathé


    Washington.Donald Trump ist Geschäftsmann. Da muss es nicht weiter wundern, dass nicht alle seiner Ideen nachvollziehbar sind, wenn er sich einmal als Politiker versucht. So sagte der amerikanische Multimilliardär über Mexikaner: "Sie bringen Drogen. Sie bringen Verbrechen. Sie sind Vergewaltiger. Und einige, nehme ich an, sind gute Menschen." Wundern mag vielleicht, dass er unter den republikanischen Präsidentschaftskandidaten führt, auch wenn der Wahltermin noch mehr als ein Jahr entfernt ist. Allerdings glaubt niemand ernsthaft, dass der 69-Jährige eines Tages tatsächlich ins Weiße Haus einzieht. Manch einer meint jedoch, dass Trump seinen Rivalen - zumal Favorit Jeb Bush - schadet und Stimmen wegnimmt.

    Nun sind Trumps Aussagen aber alles andere als schädlich für Bush. Seit Jebs Bruder George Präsident war, haben die Republikaner ein gravierendes Problem mit der lateinamerikanischen Bevölkerung. 2004 wählten noch 44 Prozent der Latinos George W. Bush. 2012 waren es nur noch 27 Prozent, die den Republikaner Mitt Romney wählten. Die verlorenen Stimmen will man sich zurückholen. Das spiegelt sich auch in den Kandidaten wider: Ted Cruz und Marco Rubio sind Kinder kubanischer Einwanderer, Jeb Bush wiederum ist mit einer Mexikanerin verheiratet und war acht Jahre Gouverneur des von Hispanics geprägten Florida.

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    Trumps Thesen sind nun derart extrem, dass sie Bush die Chance geben, sich relativ gefahrlos als Freund der Latinos zu positionieren, ohne Wähler zu vergrätzen, die im Punkt Immigration Vorbehalte haben. Trump ist auch nicht jemand, der einen anderen Republikaner am Ende Stimmen kosten wird, denn übrig bleibt nur ein Kandidat, der dann auch die Stimmen der Republikaner erhält. Gefährlich wird es erst, wenn Trump - wie angedroht - als Unabhängiger kandidieren sollte. Diese Erfahrung hat bereits Bush Vater (George H.W.) gemacht, den die Kandidatur von Millionär Ross Perot 1992 Stimmen und seine zweite Amtszeit kostete. Doch solange Trump Republikaner bleibt, ist er auch deren bester Freund.




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    Dokument erstellt am 2015-07-24 18:14:02




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