• vom 10.12.2015, 18:26 Uhr

Weltpolitik

Update: 10.12.2015, 22:29 Uhr

Klimagipfel

Wenig Schlaf, wenig Fortschritt




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Beim Klimagipfel wird rund um die Uhr verhandelt. In der Nacht auf Freitag wurde über einen neuen Entwurf verhandelt - das Treffen könnte in die Verlängerung gehen.

NGOs versuchten so gut es geht, Druck zu machen: Im Entwurf von Donnerstagabend wurde auch die 1,5-Grad-Forderung gewürdigt. - © ap

NGOs versuchten so gut es geht, Druck zu machen: Im Entwurf von Donnerstagabend wurde auch die 1,5-Grad-Forderung gewürdigt. © ap

Paris. (red) Lang sind die Nächte auf den Klimagipfeln der Vereinten Nationen seit jeher. Und noch länger werden die Nächte, je näher die Konferenz an ihr Ende heranrückt und sich die internationale Staatengemeinschaft in zähen Verhandlungen darum müht, zu doch noch herzeigbaren Ergebnissen zu kommen.

Donnerstagabend legte Frankreichs Außenminister Laurent Fabius einen neuen Entwurf für das angestrebte Klimaschutzabkommen vor, es wurde noch in der Nacht diskutiert. Nach den Plänen von Fabius soll am Freitag dann der endgültige Text erstellt werden, möglich ist aber auch eine Verlängerung bis in den Samstag hinein.

Werbung

"Wir sind extrem dicht an der Ziellinie", zeigte sich Fabius zuversichtlich. "Ich denke, liebe Freunde, dass wir das hinkriegen", sagte der Außenminister und Konferenzpräsident. Neben den Kernthemen Finanzen, Ziele beim Klimaschutz und Lastenteilung beziehungsweise Differenzierung solle es weitere, separate Beratungen zum Streitthema Schadenersatz bei Klimaschäden, zur Präambel des Abkommens und zum Waldschutz geben.

100 Milliarden jährlich
Der von Fabius vorgelegte Entwurf enthält das besonders von den kleinen Inselstaaten geforderte 1,5-Grad-Ziel, allerdings nur als ein zusätzliches Ziel, um im Vergleich zum Grenzwert von zwei Grad für die Erderwärmung Risiken und Klimaschäden deutlich zu verringern. Mit Blick auf die eingereichten nationalen Pläne zur Verringerung der Emissionen heißt es, diese sollten ab 2023 alle fünf Jahre überprüft werden. Jedoch soll es bereits 2019 eine informelle Neubewertung geben.

Zum Schadenersatz bei durch den Klimawandel verursachten Schäden heißt es, es sollten Verfahren zum Umgang mit dieser Frage entwickelt werden. Dazu sind im Text allerdings noch mehrere Varianten vorgesehen. Bekräftigt wird das Ziel, ärmeren Ländern ab 2020 jährlich mindestens hundert Milliarden Dollar (91 Milliarden Euro) für Klimaschutz und die Bewältigung von Klimafolgen zur Verfügung zu stellen. Gefordert werden in allgemeiner Form auch zusätzliche Anstrengungen beim Klimaschutz in der Zeit bis zum für 2020 geplanten Inkrafttreten des neuen Abkommens.

Ein Knackpunkt bei den Verhandlungen bleibt vor allem, wann und wie die Klimaziele der Länder verschärft werden sollen. Denn nur so lässt sich aus Sicht der meisten Wissenschafter die Erderwärmung begrenzen und ein weltweit gefährlicher Klimawandel noch abwenden. Die EU hatte gefordert, dass die Ziele bereits von 2018 oder 2019 an alle fünf Jahre überprüft werden sollten. China wollte sich darauf nicht verpflichten lassen und dürfte sic laut den am Abend präsentierten Entwurfs auch durchgesetzt haben. Chinas Verhandler Gao Feng sagte, sein Land könne sich zwar vorstellen, 2025 über neue Ziele nachzudenken, aber diese sollten auch nicht rechtlich bindend sein.

Ein großer Knackpunkt ist das Geld: Südafrika hatte im Namen einer Gruppe von Entwicklungs- und Schwellenländern einschließlich Chinas kritisiert, dass die Finanzhilfen für arme Länder zur Anpassung an den Klimawandel zu gering seien.




Schlagwörter

Klimagipfel, Umwelt, CO2

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-12-10 18:29:09
Letzte Änderung am 2015-12-10 22:29:05




Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Drakonische Strafen für Raucher an Thailands Stränden
  2. Iraks Gotteskrieger
  3. Staatspräsident Xi Jinping erhält noch mehr Macht
  4. Einreisebestimmungen erneut blockiert
  5. Hell gebrannt, schnell verglüht
  6. Xi Jinping verspricht neue Ära des Sozialismus
  7. Die großen Visionen von Präsident Xi


Werbung


Werbung