• vom 31.08.2016, 07:25 Uhr

Weltpolitik


China

Streitpotenzial bei G20-Gipfel




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  • Syrien, Ukraine, Flüchtlingskrise, Steuerparadiese: Die Staatschefs der G20 stehen sich beim Erreichen ihrer Ziele gegenseitig im Weg.

Die Staatschefs als Tonfiguren: G20-Souvenirs der chinesischen Künstlerin Wu Xiaoli in einem Shop in Hangzhou. - © ap

Die Staatschefs als Tonfiguren: G20-Souvenirs der chinesischen Künstlerin Wu Xiaoli in einem Shop in Hangzhou. © ap

Peking. (sig/dpa/reuters) Wenn sich die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer am Sonntag zum ersten Mal in China treffen, tun sie das an einem geschichtsträchtigen Ort. Das vor mehr als 2200 Jahren gegründete ostchinesische Hangzhou, Hauptstadt der Provinz Zhejiang, gilt als Wiege der chinesischen Zivilisation. Marco Polo soll die Stadt im 13. Jahrhundert gar als "schönste und großartigste Stadt der Welt" bezeichnet haben. Mittlerweile ist aus der "Stadt der Seide" eine knapp neun Millionen Einwohner zählende Metropole mit einem enormen Smog-Problem geworden. Damit das obligatorische Gruppenfoto von Obama, Putin, Merkel und Co. unter blauem Himmel dennoch gelingt, müssen Fabriken in einem Umkreis von 300 Kilometern rund um den Tagungsort schließen. Und unattraktive Viertel werden vor dem Eintreffen der hohen Gäste dem Erdboden gleichgemacht.

Bei dem zweitägigen Gipfel, den der Gastgeber China unter das Motto "Innovation" gestellt hat, prallen wieder einmal die unterschiedlichen Interessen der Teilnehmer aufeinander. Schwere Krisen überschatten das Treffen - vom Krieg in Syrien über den Ukrainekonflikt bis hin zum Brexit und den Entwicklungen in der Türkei nach dem Putschversuch.


Zwist zwischen USA und Türkei
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel will deswegen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem französischen Amtskollegen François Hollande über den Ukrainekonflikt sprechen. Moskau und Kiew beschuldigen sich gegenseitig, gegen das Friedensabkommen von 2015 zu verstoßen. Merkel hat zuletzt mehrmals mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko gesprochen - Gesprächsmöglichkeiten mit Putin sind dagegen rar geworden. Er will von Merkel und Hollande, dass sie mehr Druck auf Kiew ausüben. Zudem will Putin die Sanktionen der EU und USA loswerden, denn sie verschärfen die Wirtschaftskrise in seinem Land.

Auch im Syrienkrieg lässt Russland seine Muskeln spielen. Moskau unterstützt Machthaber Bashar al-Assad, während die USA den Rebellen unter die Arme greifen. Indes geht die Türkei verstärkt gegen die von den USA unterstützten Kurdenmilizen in Nordsyrien vor, die ihrerseits gegen den "Islamischen Staat" (IS) kämpfen. Das tut zwar auch die Türkei, aber in den Wirren des Syrienkrieges kann der Feind meines Feindes eben auch mein Feind sein.

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Dokument erstellt am 2016-08-30 16:53:04
Letzte ńnderung am 2016-08-30 18:12:32




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