• vom 15.10.2016, 12:51 Uhr

Weltpolitik


Sexuelle Belästigung

Trump ortet "Lügenpresse"




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Von WZ Online, APA, AFP

  • US-Präsidentschaftskandidat sieht in Belästigungsvorwürfen Lügenkampagne der Medien.

Trump sprach von "Verleumdungen", hinter denen Clintons Wahlkampfteam stecke. Gegen die "New York Times", die mehrere Vorwürfe veröffentlichte, kündigte Trump eine Klage an. - © APAweb/REUTERS, Mike Segar

Trump sprach von "Verleumdungen", hinter denen Clintons Wahlkampfteam stecke. Gegen die "New York Times", die mehrere Vorwürfe veröffentlichte, kündigte Trump eine Klage an. © APAweb/REUTERS, Mike Segar

Washington. Im Skandal um die sexuelle Belästigung von Frauen durch Donald Trump tritt der republikanische US-Präsidentschaftskandidat die Flucht nach vorne an. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina machte Trump sich am Freitag (Ortszeit) über eine Frau lustig, die Missbrauchsvorwürfen gegen ihn erhebt, und präsentierte sich als Opfer einer Lügenkampagne.

Unterdessen warfen zwei weitere Frauen Trump sexuelle Übergriffe vor. "Lügen, Lügen, Lügen", sagte Trump bei der Wahlkampfveranstaltung in Greensboro im US-Staat North Carolina über die gegen ihn vorgebrachten Vorwürfe. Über die 74-jährige Jessica Leeds, die dem Immobilienmilliardär vorwirft, sie vor mehr als 35 Jahren während eines Fluges betatscht zu haben, sagte Trump: "Glaubt mir, sie wäre nicht meine erste Wahl, das kann ich Euch sagen." Bei seinen Anhängern erntete Trump damit Gelächter.

Trump und seine Einschätzung im Umgang mit Frauen

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Charlotte wandte er sich an seine weiblichen Unterstützer. "Ich liebe diese Schilder 'Frauen für Trump'", sagte er, als eine Frau mit ein solches Schild hochhielt. "Ich denke tatsächlich, dass ich gut mit Frauen klar komme." Eine neue Quinnipiac-Umfrage sieht Trump bei den weiblichen Wählern allerdings 20 Prozentpunkte hinter seiner demokratischen Rivalin Hillary Clinton.

Trump inszenierte sich vor seinen Anhängern überdies als Opfer einer Medienverschwörung. "Die korrupten Medien tun alles in ihrer Macht Stehende, um unsere Bewegung zu stoppen", sagte er. Daran sei auch der mexikanische Milliardär Carlos Slim, Hauptanteilseigner bei der "New York Times", beteiligt. "Carlos Slim kommt, wie Ihr wisst, aus Mexiko. Er hat viele Millionen Dollar den Clintons und ihrer Initiative gegeben."

Die Affäre hatte begonnen, als die "Washington Post" vor gut einer Woche eine heimliche Aufzeichnung aus dem Jahr 2005 veröffentlicht hatte, in der Trump sich in vulgären Worten mit Übergriffen gegen Frauen brüstet. Kurz danach meldeten sich mehrere Frauen zu Wort, die Trump sexuelle Belästigung vorwarfen.

Trump sprach von "Verleumdungen", hinter denen Clintons Wahlkampfteam stecke. Gegen die "New York Times", die mehrere Vorwürfe veröffentlichte, kündigte Trump eine Klage an. Eine ganze Reihe prominenter Republikaner distanzierten sich aber von ihm.

Am Freitag erhoben zwei weitere Frauen Anschuldigungen gegen Trump. "Er begann mich aggressiv zu küssen und legte seine Hand auf meine Brust", berichtete Summer Zervos bei einer Pressekonferenz in Los Angeles. Zervos hatte an Trumps Realityshow "The Apprentice" teilgenommen. Nachdem sie ausgeschieden war, war sie mit Trump in Kontakt geblieben und hatte 2007 den Milliardär in einem Hotel in Beverly Hills getroffen.

Sie habe über einen Job reden wollen, doch sei sie bei ihrer Ankunft in einen Bungalow geführt worden, wo Trump sie geküsst und begrapscht habe. "Er umarmte mich und ich versuchte, ihn wegzudrängen." Er aber habe sie mit seinen Genitalien bedrängt. Zervos sagte, sie habe sich entschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen, nachdem Trump bestritten hatte, jemals Frauen belästigt zu haben.

Das frühere Model Kristin Anderson sagte der "Washington Post", dass Trump in den frühen 90er-Jahren in einem Nachtclub ihr unter den Rock gegriffen und zwischen die Beine gefasst habe.

Trumps Wahlkampfteam erklärte, Trump erinnere sich "vage" an Zervos. Sie habe nach dem Ende der Show weiter E-Mails an sein Büro geschrieben und ihn um Hilfe gebeten. Den Vorwurf der sexuellen Belästigung wies Trump zurück.

Seine Rivalin Clinton versicherte, dass sie sich keinesfalls über den Skandal um Trump freue. "Ich bin überhaupt nicht glücklich darüber", sagte sie in Seattle. "Es beschädigt unsere Demokratie."

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2016-10-15 10:46:02
Letzte nderung am 2016-10-15 10:58:38




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