• vom 18.10.2016, 11:43 Uhr

Weltpolitik

Update: 18.10.2016, 11:55 Uhr

Irak

500.000 Kinder in Mossul in extremer Gefahr




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Von WZ Online, APA, AFp

  • Unicef fordert besonderen Schutz für Minderjährige.

Eine halbe Million Minderjährige sei in extrem hoher Gefahr. Sie geraten bei den Kämpfen um Mossul zwischen die Fronten, warnt Unicef. - © APAweb/AFP/DELIL SOULEIMAN

Eine halbe Million Minderjährige sei in extrem hoher Gefahr. Sie geraten bei den Kämpfen um Mossul zwischen die Fronten, warnt Unicef. © APAweb/AFP/DELIL SOULEIMAN

Mossul. Mehr als 500.000 Kinder und ihre Familien in der irakischen Stadt Mossul sind nach Einschätzung des UN-Kinderhilfswerks Unicef in den kommenden Wochen in extremer Gefahr. Angesichts der am Montag begonnenen Großoffensive der irakischen Truppen und ihrer Verbündeten gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) könnten nun viele Kinder vertrieben werden, "zwischen die Frontlinien oder ins Kreuzfeuer geraten", warnte der Leiter von Unicef Irak, Peter Hawkins, am Dienstag.

Unicef rief dazu auf, bei der Rückeroberung der Millionenstadt aus den Händen der Dschihadisten die Kinder besonders zu schützen. Bereits in den vergangenen zwei Jahren hätten diese schwer gelitten, erklärte Hawkins.

"Arbeiten rund um die Uhr"

In Erwartung einer hohen Zahl an Flüchtlingen brachte Unicef nach eigenen Angaben vorsorglich Hygieneartikel, Latrinen, mobile Duschen und Materialien zur Wasserversorgung für 150.000 Menschen in die Region. Insgesamt wird die Organisation demnach in den kommenden Wochen Hilfsgüter zur Versorgung von 350.000 Menschen bereitstellen.

Unicef lässt zudem mobile Teams ausbilden, um schwer traumatisierte und verletzte Kinder zu betreuen und zu versorgen. Gemeinsam mit den Behörden stehen 50 Impfteams bereit, um Kinder gegen Masern und Polio zu impfen, wie es in der Mitteilung weiter hieß.

"Wir arbeiten rund um die Uhr, um Kindern wo immer sie sich aufhalten zu helfen", erklärte Hawkins. Seit März 2016 sind in der Region um Mossul bereits rund 130.000 Menschen vor den Militäreinsätzen geflohen. Unicef befürchtet, dass angesichts der Zuspitzung nun zusätzlich tausende Kinder in überfüllten und unzureichend ausgestatteten Notunterkünften und Lagern Zuflucht suchen müssen.

Erfolge in Mossul-Offensive gegen IS

Zuvor hatten die irakische Regierung und die kurdische Peschmerga-Miliz in den ersten 24 Stunden der Mossul-Offensive gegen den IS nach eigenen Angaben 20 Dörfer erobert. Die Soldaten rücken von Süden und Südosten auf Mosul vor, die Peschmerga-Kämpfer vom Osten aus. Unterstützt wurden sie von einer Militärkoalition unter Führung der USA.

Nach Angaben der Peschmerga griffen Kampfflugzeuge der Koalition an ihrem Frontabschnitt 17 IS-Stellungen an. Im Norden und Nordosten Mossuls hätten kurdische Kämpfer zudem einen beachtlichen Teil der 80 Kilometer langen Straße von Mossul nach Erbil unter ihre Kontrolle gebracht. Außerdem wurden in dem stark verminten Gelände um Mossul mindestens vier Autobomben zerstört. Informationen über Opfer gab es weder in der irakischen noch in der kurdischen Mitteilung.

Der IS hatte Mossul 2014 ohne große Gegenwehr eingenommen und dort sein Kalifat ausgerufen. Es ist die größte Stadt unter der Kontrolle der Extremisten.

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Schlagwörter

Irak, Mossul, UNICEF, Kinder, Minderjährige

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2016-10-18 11:46:15
Letzte ─nderung am 2016-10-18 11:55:02




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