• vom 28.11.2016, 09:01 Uhr

Weltpolitik

Update: 28.11.2016, 14:33 Uhr

Syrien

Regimetruppen nehmen Nordosten Aleppos ein




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Von WZ Online, APA, dpa, Reuters

  • Tausende Menschen aus den Rebellengebieten auf der Flucht.

Aleppo/Damaskus. In der Schlacht um Aleppo geraten die Rebellen immer mehr in die Defensive. Die syrische Armee eroberte nach Geländegewinnen am Wochenende am Montag den strategisch besonders wichtigen Nordosten der Stadt, wie staatliche Medien und die oppositionsnahe Beobachterstelle für Menschenrechte übereinstimmend mitteilten. Damit trieb sie einen Keil in das Gebiet, das die Aufständischen halten.

Die Rede war von der seit Jahren schwersten Niederlage der Aufständischen in der einstigen Handelsmetropole. Demnach gewannen die Armee und ihre Verbündeten die Kontrolle über die Stadtteile Al-Sakhour und Al-Haidariya. Sollten sich die Angaben bestätigen, wäre das eine erhebliche Schwächung der Regierungsgegner, die seit Monaten versuchen, die Offensive der Armee zurückzuschlagen. Gleichzeitig verschlechtert sich die Lage der Zivilisten.

Zivilisten fliehen

Bis zu 10.000 sollen allein in den vergangenen Tagen in Stadtteile geflohen sein, die von Kurden kontrolliert werden, wie der Chef der Kurdenpartei PYD, Salih Muslim, am Montag mitteilte. Das russische Militär berichtete von fast 3.200 Zivilisten, die aus umkämpften Stadtteilen in den vergangenen 24 Stunden in Auffanglagern der syrischen Regierung geflohen seien.

Die Lage ist weiterhin unübersichtlich. Ein Vertreter der Aufständischen sagte, es treffe nicht zu, dass der Bezirk Al-Sakhour gefallen sei. Ein weiterer erklärte jedoch, die Lage sei nicht klar. Das syrische Staatsfernsehen berichtete dagegen unter Berufung auf Militärinformanten, der gesamte Stadtteil sei von der Armee mit Unterstützung ihrer Verbündeten erobert worden. Derzeit werde das Gebiet von Minen geräumt. Ein Kämpfer der Regierungstruppen sagte, das Rebellenterritorium sei in zwei Teile gespalten.

Man habe einen Korridor gelassen, durch den die Aufständischen aus dem nördlichen Bereich in den südlichen gelangen könnten. "In den kommenden Stunden wird der Rest des nördlichen Sektors eingenommen." Der Leiter der Beobachterstelle, Rami Abdulrahman, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Rebellen hätten in den vergangenen Tagen mehr als ein Drittel des von ihnen gehaltenen Gebiets aufgeben müssen. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein breites Netzwerk von Informanten in Syrien, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Erfolg für Assad

Sollte die Armee ganz Aleppo unter ihre Kontrolle bringen, wäre es der größte Erfolg für Präsident Bashar al-Assad seit Beginn des Aufstandes gegen seine Herrschaft vor mehr als fünf Jahren. Die Stadt ist das wichtigste urbane Zentrum der Rebellen. Sie ist seit Jahren geteilt, die Opposition beherrschte einen Großteil des östlichen Stadtgebiets. Doch in diesem Jahr begann die syrische Armee damit, sich nach und nach vorzukämpfen. Unterstützt wird sie dabei aus der Luft von den russischen Streitkräften. Im September startete sie dann eine heftige Offensive. Zudem stieß nach Angaben der Beobachtungsstelle die kurdische Miliz YPG auf Rebellenterritorium vor. Die Miliz ist mit den Aufständischen verfeindet und kontrolliert selbst einen Teil Aleppos.

Leidtragende sind die Zivilisten. In den vergangenen Monaten warnten Hilfsorganisationen und westliche Politiker wiederholt vor katastrophalen Zuständen. Es mangelt an Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten. Allein in den vergangenen Tagen seien zwischen 6.000 und 10.000 Menschen vor den Kämpfen aus Stadtteilen, auf die die syrische Armee vorrücke, in von Kurden kontrollierte Gebiete geflüchtet, sagte der Chef der Kurdenpartei PYD, Salih Muslim. Die Flüchtlinge würden im Bezirk Sheikh Maqsoud von der YPG in Empfang genommen. Sie seien dort sicherer.

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Syrien, Aleppo

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Dokument erstellt am 2016-11-28 09:04:44
Letzte ─nderung am 2016-11-28 14:33:48




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