• vom 30.11.2016, 10:23 Uhr

Weltpolitik

Update: 30.11.2016, 12:24 Uhr

Syrien

Massenflucht aus Aleppo




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Von WZ Online / APA, AFP

  • 50.000 Menschen versuchen die umkämpfte syrische Stadt zu verlassen. Der UNO-Sicherheitsrat tritt zusammen.

In beißender Kälte suchen Tausende einen Fluchtweg aus Aleppo. - © APAweb / Reuters

In beißender Kälte suchen Tausende einen Fluchtweg aus Aleppo. © APAweb / Reuters

Aleppo. Die Truppen Präsident Assads und mit ihnen verbündete schiitische Kämpfer haben in den vergangenen Tagen fast die Hälfte des von Rebellen und Extremisten beherrschten Ostteils von Aleppo erobert. Die Kämpfe, verbunden mit Bombardements und Artilleriebeschuss durch die Regierungstruppen, haben eine Massenflucht ausgelöst: Mehr als 50.000 Menschen versuchen, die weitgehend in Trümmern liegende syrische Stadt zu verlassen.

Die Zahlen stammen von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein breites Netzwerk von Informanten in Syrien, ihre Meldungen können jedoch nicht systematisch nach westlichen journalistischen Kriterien überprüft werden.

20.000 Menschen hätten in den vergangenen Tagen im Westteil der einstigen Wirtschaftsmetropole Zuflucht gesucht, der unter der Kontrolle der Regierungstruppen ist, teilte die Beobachtungsstelle am Mittwoch mit. Weitere 30.000 Menschen flohen in Gebiete, die von kurdischen Kämpfern gehalten werden.

"Schlimmes Massaker"

Karte Damaskus, Gebiete und Kontrolle der Rebellen bzw. Assad-Truppen.

Karte Damaskus, Gebiete und Kontrolle der Rebellen bzw. Assad-Truppen.© APAweb/APA Grafik Karte Damaskus, Gebiete und Kontrolle der Rebellen bzw. Assad-Truppen.© APAweb/APA Grafik

Dennoch gilt als unbestritten, dass sich in Aleppo eine humanitäre Katastrophe anbahnt. Der UNO-Sicherheitsrat will noch heute in einer Dringlichkeitssitzung über die humanitäre Krise in Aleppo beraten. Das gegenwärtige Kampfgeschehen in Aleppo "könnte eines der schlimmsten Massaker an der Zivilbevölkerung seit dem Zweiten Weltkrieg" darstellen, sagte der französische UNO-Botschafter Francois Delattre am Dienstag in New York.

Die Vertreter der 15 Ratsmitglieder sollen in der Sitzung den Bericht eines für humanitäre Einsätze zuständigen UNO-Vertreters und des UNO-Sondergesandten Staffan de Mistura hören. Nach Angaben des britischen UNO-Botschafters Matthew Rycroft soll der Sicherheitsrat dann über Pläne für die Lieferung von Hilfsmitteln nach Aleppo und für den Abtransport von Kranken und Verletzten aus der Stadt beraten.

Rycroft rief namentlich das Ratsmitglied Russland auf, seinen Einfluss auf die verbündete syrische Regierung geltend zu machen. "Die Zukunft von Aleppo liegt in den Händen des Regimes und Russlands, und wir fordern das Regime und Russland auf, die Bombenangriffe einzustellen und die Hilfslieferungen durchzulassen", sagte Rycroft.

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Schlagwörter

Syrien, Bürgerkrieg, Aleppo

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2016-11-30 10:25:35
Letzte ńnderung am 2016-11-30 12:24:39




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