• vom 08.03.2017, 16:54 Uhr

Weltpolitik


Afghanistan

IS-Mörder kamen als Ärzte verkleidet




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Angriff auf Krankenhaus in afghanischer Hauptstadt forderte dutzende Tote und Verletzte. Attentäter schossen stundenlang um sich.

Kabul. Kämpfer der Terrormiliz IS haben in der afghanischen Hauptstadt Kabul ein Militärkrankenhaus überfallen und dabei dutzende Menschen getötet. Das Verteidigungsministerium berichtete am Mittwoch von mindestens 30 Todesopfern - darunter Frauen und Kinder - und 100 Verletzten.

Die vier Attentäter schafften es als Ärzte verkleidet in weißen Kitteln in das Hospital - und schossen dort sieben Stunden lang um sich. Zu Beginn des Angriffs auf das 400-Betten-Krankenhaus Sardar Mohammad Daud Chan sprengte sich Sicherheitskreisen zufolge ein Selbstmordattentäter am Tor in die Luft. Ein weiterer wurde schnell erschossen, die übrigen drangen in die Klinik ein und verschanzten sich. Über dem achtstöckigen Gebäude kreisten Militärhubschrauber, die Spezialkräfte auf dem Dach absetzten und Patienten mitnahmen. Fotos zeigten, wie hoch oben im achtstöckigen Gebäude drei Menschen aus einem Fenster stiegen und verzweifelt versuchten, sich geduckt auf dem schmalen Sims zu verstecken.


Zeugen berichteten, der Angriff sei völlig überraschend gekommen. "Plötzlich wurde geschossen, und ein Bewaffneter feuerte auf jeden", sagte Zahir Chan, der sich unter einem Tisch versteckte. "Er schoss auf Ärzte, Patienten und Besucher." Einige Patienten kletterten aus den Fenstern.

Am späten Nachmittag sei die Lage unter Kontrolle gewesen. Alle vier Angreifer seien getötet worden, teilte das Verteidigungsministerium mit. In der Klinik im Diplomatenviertel in Kabul werden Militärangehörige aus dem ganzen Land behandelt.

In einer Erklärung der als IS-Sprachrohr geltenden Agentur Amaq hieß es, Kämpfer des "Islamischen Staates" (IS) hätten das Krankenhaus angegriffen. Dass das Ziel des Angriffs ein Spital war, rief international sofort Empörung hervor. Die Weltgesundheitsorganisation teilte mit, Krankenhäuser dürften keine Ziele sein.

Der IS hatte schon zuvor Attacken in Kabul, vor allem auf schiitische Einrichtungen, verübt. Er scheint nun in Afghanistan immer mehr Fuß zu fassen.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-03-08 17:00:03




Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Dunkle Wolken über Erdogan
  2. USA offen für direkte Gespräche mit Nordkorea
  3. Putins Nahost-Mission
  4. Etappensieg für Trump
  5. Putin stärkt Trump den Rücken
  6. Auf den Hund gekommen
  7. "Für mich ist Cusco der Himmel"


Werbung


Werbung