• vom 09.03.2017, 18:05 Uhr

Weltpolitik

Update: 09.03.2017, 18:18 Uhr

Myanmar

Kämpfe treiben in Myanmar Tausende in die Flucht




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    Naypyidaw/Peking. Gefechte zwischen Soldaten und Rebellen im Nordosten von Myanmar (Burma) haben seit Wochenbeginn mindestens 20.000 Menschen nach China vertrieben. Diese Zahl nannte am Donnerstag ein Sprecher des Außenministeriums in Peking, Geng Shuang. Die Flüchtlinge würden mit humanitärer Hilfe versorgt, damit sie "vorerst dem Krieg entkommen", fügte Geng hinzu.

    Die Rebellengruppe MNDAA hatte am Montagmorgen überraschend Militär- und Polizeistellungen in der Stadt Laukkai im Bundesstaat Shan angegriffen. Bei den anschließenden Gefechten wurden mindestens 36 Menschen getötet. Die Kämpfer der Rebellen gehören einer ethnischen Minderheit an.

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    China hat großen
    Einfluss in der Region

    In den vergangenen Monaten gab es in der Grenzregion zu China immer wieder Kämpfe zwischen myanmarischen Truppen und gut bewaffneten Rebellengruppen. Nach Armeeangaben flohen bereits seit November mehr als 20.000 Menschen aus den Bundesstaaten Shan und Kachin nach China.

    Viele Volksgruppen in der Grenzregion habe enge kulturelle Verbindungen zum Nachbarland, sprechen chinesische Dialekte und verwenden die chinesische Währung Yuan. Beobachtern zufolge hat Peking einen großen Einfluss auf die Rebellen in der Region. China spielt auch eine Rolle in dem Friedensprozess, um dessen Wiederbelebung sich Myanmars Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die der regierenden Nationalen Liga für Demokratie angehört, bemüht.

    Die MNDAA hatte ihren Angriff vom Montag mit einem "zunehmenden militärischen Druck" auf die Nördliche Allianz, einen Zusammenschluss von vier Rebellengruppen, begründet.

    Das südostasiatische Myanmar ist ein Vielvölkerstaat, in dem es seit Jahrzehnten zu gewaltsamen Auseinadersetzungen zwischen der Armee und ethnischen Minderheiten kommt. Mit einigen Minderheitenarmeen verhandelt die Regierung gerade über ein Friedensabkommen, mit anderen gibt es noch nicht einmal ein Waffenstillstandsabkommen.




    Schlagwörter

    Myanmar, China, Minderheiten

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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2017-03-09 18:09:02
    Letzte nderung am 2017-03-09 18:18:03




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