• vom 17.03.2017, 17:51 Uhr

Weltpolitik


Nordkorea

Die militärische Option liegt auf dem Tisch




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  • Die USA verkünden, dass sie mit dem hochgerüsteten Nordkorea zusehends die Geduld verlieren.

US-Außenminister Rex Tillerson sicherte seinem südkoreanischen Kollegen Yun Byung-se die Unterstützung der USA zu. - © ap/Jung Yeon-je

US-Außenminister Rex Tillerson sicherte seinem südkoreanischen Kollegen Yun Byung-se die Unterstützung der USA zu. © ap/Jung Yeon-je

Seoul. (klh/apa/reu) Der Ton der USA gegenüber Nordkorea verschärft sich: "Die Politik der strategischen Geduld ist zu Ende gegangen", sagte US-Außenminister Rex Tillerson in Seoul, wo er seinen südkoreanischen Amtskollegen Yun Byung-se traf. "Wir prüfen eine neue Bandbreite diplomatischer, Sicherheits- und wirtschaftlicher Maßnahmen", hob Tillerson hervor. "Alle Optionen sind auf dem Tisch."

Tillerson meinte zwar, dass sein Land kein Interesse an einem militärischen Konflikt habe, schloss diesen aber auch nicht aus. Wenn die Bedrohung durch Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm ein Niveau erreiche, "das unserer Überzeugung nach Handeln erfordert, dann ist diese Option auf dem Tisch". Wenn Nordkorea seine gegenwärtige Waffentechnologie behalte, wäre dies "eine wahre Bedrohung".

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Nordkorea fordert die internationale Gemeinschaft seit Jahren heraus. Die isolierte Diktatur hat schon eine Reihe von Atomwaffen- und Raketentests durchgeführt.

Das neue US-Kabinett von Präsident Donald Trump geht wesentlich offensiver gegen Nordkorea vor als die Obama-Administration. Offenbar wollen die USA Nordkoreas Diktator Kim Jong-un so zum Einlenken bewegen. Wie weit sich Kim von den Drohungen beeindrucken lässt, ist aber fraglich. Laut Beobachtern sieht er den Besitz von Atomwaffen als größte Lebensversicherung des Regimes an. Kim hat demnach das Beispiel anderer US-Feinde wie Saddam Hussein vor Augen, der durch einen US-Einmarsch gestürzt wurde.

US-Medien zufolge werden nun im Weißen Haus verschiedene Optionen durchgespielt. Diese beinhalten auch militärische Angriffe, um Nordkoreas Waffenproduktion lahmzulegen. Das wäre ein riskantes Unterfangen - Nordkorea könnte zum Gegenschlag gegen US-Verbündete wie Südkorea oder Japan ausholen.

Gleichzeitig erwarten sich die USA von China, dass es den Druck auf Nordkorea erhöht. "China hat wenig getan, um zu helfen!", twitterte US-Präsident Donald Trump am Freitag - just einen Tag, bevor Tillerson nach Peking reiste. China ist zwar ebenfalls mit Nordkoreas Atomprogramm nicht einverstanden. Gleichzeitig hat es an einem Zusammenbruch des nordkoreanischen Regimes und Chaos in der Region kein Interesse. Zudem sieht China das Raketenabwehrsystem Thaad, das die USA in Südkorea stationieren wollen, als Bedrohung an. Peking befürchtet, ausspioniert zu werden.




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Dokument erstellt am 2017-03-17 17:57:05




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