• vom 31.03.2017, 23:02 Uhr

Weltpolitik


Lateinamerika

Politische Weichenstellung in Ecuador




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    Quito. Lateinamerikas Linksbewegung hat ihren Höhenflug hinter sich - am Sonntag steht di enächste Hürde an. Nach den den Niederlagen der Linken bei der Parlamentswahl in Venezuela und der Präsidentenwahl in Argentinien, der umstrittenen Amtsenthebung von Dilma Rousseff in Brasilien und dem Sieg des rechtskonservativen Präsidenten Pablo Kuczynski in Peru könnte am Sonntag auch in Ecuador der neoliberale Oppositionskandidat Guillermo Lasso bei den Sieg davontragen. Der 61-Jährige tritt bei der Stichwahl gegen den linken Präsidentschaftskandidaten Lenin Moreno an, Wunschnachfolger des scheidenden Amtsinhabers Rafael Correa, der nach zehn Jahren abtreten muss. Moreno hatte im Wahlkampf versprochen, dessen politisches Erbe fortzusetzen.

    Dank einer Teilverstaatlichung des Energiesektors und sprudelnder Öleinnahmen ist es Correa gelungen, die Armut in dem Andenstaat binnen zehn Jahren zu halbieren. Der Staat verdoppelte die Sozialausgaben, erhöhte den Mindestlohn, vergab Studienstipendien an Kinder aus armen Familien, baute Spitäler und investierte in Infrastrukturprojekte. Das Land erlebte einen Modernisierungsschub, neue Straßen, Häfen und Flughäfen entstanden. Zwischen 2007 und 2015 wuchs die Wirtschaft durchschnittlich um 3,9 Prozent und damit deutlich dynamischer als im Durchschnitt Lateinamerikas (2,9 Prozent)


    Doch mit dem fallenden Ölpreis war Correa gezwungen, die Staatsausgaben zurückzufahren, das führte zu Unmut in der Bevölkerung. Diesen machten sich Guillermo und dessen Konservative zunutze, um für eine radikale Kursänderung zu werben. Der Ex-Inhaber des größten Geldinstituts des Landes, der Bank von Guayaquil, will einen Schlussstrich unter die Verstaatlichungspolitik ziehen, ausländisches Kapital ins Land holen und die Sozialausgaben halbieren. Laut Medien besitzt der Ex-Wirtschaftsminister immer noch einen Großteil der Aktien der Bank und soll mit Offshore-Konten in Panama in Verbindung gebracht werden. Das einzige geplante TV-Duell mit seinem Kontrahenten Moreno sagte Guillermo ab: Dort sollte er schwören, in keinen Korruptionsskandal verwickelt zu sein.




    Schlagwörter

    Lateinamerika, Ecuador

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    Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
    Dokument erstellt am 2017-03-31 18:18:03
    Letzte Änderung am 2017-03-31 19:44:02




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