• vom 11.04.2017, 17:29 Uhr

Weltpolitik

Update: 12.04.2017, 07:58 Uhr

Donald Trump

"Nordkorea sucht Ärger"




  • Artikel
  • Lesenswert (3)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, Reuters, dpa

  • US-Präsident Trump verknüpft chinesisches Einwirken auf Nordkorea mit Handelsabkommen.

Am 15. oder 25. April könnte Nordkorea den nächsten Raketentest durchführen. - © knca/afp

Am 15. oder 25. April könnte Nordkorea den nächsten Raketentest durchführen. © knca/afp

Washington/Pjöngjang/Seoul. US-Präsident Donald Trump will den Konflikt mit Nordkorea notfalls ohne dessen einflussreichen Nachbarn China lösen. "Nordkorea sucht Ärger", erklärte Trump am Dienstag per Kurznachrichtendienst Twitter als Reaktion auf die Drohungen der Regierung in Pjöngjang. Sollte China sich entscheiden, bei der Lösung des Streits zu helfen, wäre das "großartig", schrieb Trump.

"Andernfalls lösen wir das Problem ohne sie", twitterte Trump. Wenn China ein besseres Handelsabkommen mit den USA erreichen wolle, wäre es nützlich, wenn die Volksrepublik das nordkoreanische Problem lösen würde, schrieb Trump. Das habe er dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping gesagt, der kürzlich zu Besuch in den USA war.

Nordkorea arbeitet an der Entwicklung von Raketen, die mit einem Atomsprengkopf bestückt sind und außer Südkorea und Japan auch die USA treffen können. Die USA hatten kurz zuvor als Reaktion auf nordkoreanische Raketentests einen Flottenverband in Richtung der koreanischen Halbinsel entsandt, dazu gehört auch der Flugzeugträger "USS Carl Vinson". Dies hatte zu empörten Reaktionen der nordkoreanischen Führung geführt. Sollten die USA "für eine militärische Aktion optieren", sei die Volksrepublik zur Reaktion auf jede von den USA gewünschte Art von Krieg bereit, wurde ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums von Staatsmedien zitiert. "Wir betteln niemals um Frieden."

Nordkorea unterhält trotz umfassender Sanktionen seit Jahren ein Atomwaffenprogramm. Seit 2006 hat das Land insgesamt fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Die Führung in Pjöngjang arbeitet auch an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. Dem US-Geheimdienst zufolge könnte Pjöngjang in weniger als zwei Jahren einen Atomsprengkopf entwickeln, der das US-Festland erreichen könnte.

Experten gehen anhand von Satellitenaufnahmen davon aus, dass derzeit ein sechster Atomwaffentest vorbereitet werden könnte. Ein möglicher Anlass für neue Raketentests könnte der 105. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il-sung am 15. April sein. Auch der 25. April, Gründungstag der nordkoreanischen Armee, ist im Gespräch.

G7 verurteilen Nordkorea

Die Gruppe sieben führender westlicher Staaten (G7) verurteilte die nordkoreanischen Atom- und Raketentests aufs Schärfste. Die "dramatische Zunahme" dieser Tests seit Anfang 2016 verletze internationale Abkommen und bedrohe die regionale Sicherheit zunehmend, heißt es in der Abschlusserklärung des G7-Außenministertreffens im italienischen Lucca. Die Gruppe fordert Nordkorea darin auf, auf weitere Tests zu verzichten, existierende Atomwaffen zu vernichten und alle Programme zur Entwicklung solcher Waffen abzubrechen.

Der Marineverband um den US-Flugzeugträger werde laut südkoreanischen Medien am Wochenende in Gewässern nahe der Halbinsel eintreffen. Nachbar Südkorea geht nicht davon aus, dass die USA ohne "enge Zusammenarbeit" mit Seoul zu einem größeren Militärschlag gegen Nordkorea ausholen würden.





Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-04-11 17:36:05
Letzte Änderung am 2017-04-12 07:58:21




Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Sieg von Demokrat ist Riesenblamage für Trump
  2. USA offen für direkte Gespräche mit Nordkorea
  3. Trump unter wachsendem Druck
  4. "Wir sind dabei, die Schlacht zu verlieren"
  5. Dunkle Wolken über Erdogan
  6. Die Schande der Täter
  7. Putins Nahost-Mission


Werbung


Werbung