• vom 20.04.2017, 06:59 Uhr

Weltpolitik

Update: 20.04.2017, 07:06 Uhr

US-Wahl

Der lange Arm des Kreml




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Von WZ Online, APA/Reuters

  • Ein russisches Strategie-Institut soll Pläne zur Destabilisierung des US-Wahlsystems ausgearbeitet haben.

Russlands Präsident Wladimir Putin schweigt zu allen Vorwürfen.

Russlands Präsident Wladimir Putin schweigt zu allen Vorwürfen.© APAweb / AFP, Vyacheslav Oseledko Russlands Präsident Wladimir Putin schweigt zu allen Vorwürfen.© APAweb / AFP, Vyacheslav Oseledko

Washington. Der russische Staatschef Wladimir Putin hat stets alle Vorwürfe zurückgewiesen, dass Russland die US-Wahl beeinflusst habe. Es gibt jedoch immer wieder Hinweise, dass es so gewesen sein könnte. Zuletzt berichtete die Nachrichtenagentur Reuters von Aussagen dreier amtierender und vier früherer amerikanischer Behördenmitarbeiter. Sie berichteten von einem Strategie-Institut der russischen Regierung, dass im vergangenen Jahr einen Plan zur Beeinflussung der US-Präsidentenwahl entwickelt haben soll.

Das Russische Institut für Strategische Studien habe zwei entsprechende Papiere verfasst. Diese Dokumente seien die Grundlage für die Einschätzung der US-Geheimdienste gewesen, wonach Russland versuchte, die Wahl zu beeinflussen. Die Moskauer Forschungseinrichtung wird von hochrangigen Ex-Geheimdienstlern geleitet, die vom Präsidialamt ernannt werden.

Das erste Papier stammt von Juni 2016 und wurde unter hochrangigen russischen Regierungsmitgliedern verbreitet, wie die Insider erklärten. Darin wird empfohlen, dass das Präsidialamt von Staatschef Wladimir Putin eine Propagandakampagne in sozialen Medien und russischen Auslandsmedien startet. Damit sollten US-Wähler beeinflusst werden, einen russlandfreundlicheren Präsidenten als Barack Obama zu wählen.

In einem zweiten Dokument vom Oktober wurde dann vor einem Wahlsieg von Trumps Rivalin Hillary Clinton gewarnt. Deswegen solle man lieber Berichte über Wahlbetrug verbreiten und das Wahlsystem insgesamt in Misskredit bringen, um Clinton zu schaden. Den Insidern zufolge wird in keinem Papier der Hackerangriff auf die Demokraten erwähnt. Dabei wurden E-Mails erbeutet und später veröffentlicht, die Clinton schadeten.

Putins Sprecher und das russische Institut reagierten nicht auf Anfragen. Trump hat erklärt, die russischen Aktivitäten hätten auf den Ausgang der Wahl keinen Einfluss gehabt. Mitarbeiter des Russischen Instituts für Strategische Studien erstellen u.a. auch eine Rangliste mit westlichen Staaten, die danach eingestuft werden, wie "aggressiv" oder "neutral" die Medien dort über Russland berichten.

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Schlagwörter

US-Wahl, Wladimir Putin, USA, Russland

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Dokument erstellt am 2017-04-20 07:02:00
Letzte ─nderung am 2017-04-20 07:06:19




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