• vom 21.04.2017, 06:28 Uhr

Weltpolitik


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Neue Zusammenstöße in Venezuela

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Von ck


    Bei Protesten gegen den sozialistischen venezolanischen Staatschef Nicolas Maduro hat es erneut gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gegeben. In der Hauptstadt Caracas setzte die Nationalgarde am Donnerstag Tränengas gegen tausende Demonstranten ein. Einige von ihnen warfen mit Steinen und Molotowcocktails.

    Auch in anderen Städten gab es Zusammenstöße. Die Opposition kündigte für Samstag weitere Proteste an. "Ich bin müde, ja, aber man muss Mut haben", sagte der 22-jährige Student Aquiles Aldarzoro, der sich an den Protesten beteiligte. "Ich bin bereit, jeden Tag auf die Straße zu gehen, wenn es notwendig ist."

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    Nach dem Einsatz von Tränengas und Gummigeschoßen zogen sich die Demonstranten in Caracas weiter in den Osten der Stadt zurück. Einige junge vermummte Demonstranten blieben aber und bewarfen die Ordnungskräfte mit Steinen und Molotowcocktails, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Einige Demonstranten zündeten Mistkübel an, die Polizei setzte Wasserwerfer ein und ließ einen Polizeihubschrauber kreisen.

    Inmitten der Auseinandersetzungen baute sich ein nackter Demonstrant vor den Sicherheitskräften auf, der nichts als Sportschuhe und Socken trug. Er stieg auf ein gepanzertes Militärfahrzeug und rief offenbar im Hinblick auf die Tränengasbomben: "Bitte werft keine Bomben mehr!" Staatschef Maduro machte sich im venezolanischen Fernsehen über diese Szene lustig und kritisierte den Auftritt als "Show".

    Weitere gewaltsame Zwischenfälle wurden aus den Städten Maracaibo, Valencia und San Cristobal im Norden und Westen des Landes gemeldet. Als Vorsichtsmaßnahme oder aus Solidarität mit den Regierungsgegnern blieben zahlreiche Hochschulen und Geschäfte am Donnerstag geschlossen.

    Am Mittwoch waren bei den Massenprotesten in Caracas ein 17-Jähriger und in San Cristobal eine 23-Jährige durch Kopfschüsse getötet worden. Augenzeugen zufolge wurden die Schüsse von Mitgliedern der "colectivos", von der Regierung bewaffnete zivile Gruppen, abgegeben. Nach Angaben der Regierung wurde zudem ein Soldat von Demonstranten getötet. Innenminister Nestor Reverol verkündete eine Festnahme im Zusammenhang mit der Tat in der Nähe von Caracas.

    Für Freitag waren keine Proteste geplant. Die Opposition rief aber für Samstag zu einem landesweiten Schweigemarsch und für Montag zur "nationalen Blockade" von Straßen auf. Die Regierungsgegner in dem ölreichen lateinamerikanischen Land machen Maduro für die seit langem andauernde Wirtschaftskrise verantwortlich. Sie kämpfen für ein Referendum über eine Amtsenthebung des Sozialisten, dessen Präsidentschaft regulär noch bis 2019 dauert.

    Maduro sagte am Donnerstag, die Opposition habe sich nun auf verschiedenen Wegen zu einem Dialog bereit erklärt. Oppositionsführer Henrique Capriles wies dies zurück und schrieb im Kurzmitteilungsdienst Twitter, nur Neuwahlen würden einen Dialog ermöglichen.

    Der gewaltsame Konflikt in Venezuela sorgt international für Besorgnis. Die Europäische Union rief am Donnerstag zur "Deeskalation" auf. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres forderte,"dass alle Anstrengungen unternommen werden, um die Spannungen zu verringern und neue Auseinandersetzungen zu verhindern". Neun lateinamerikanische Länder, darunter Argentinien, Brasilien und Kolumbien, kritisierten in einer gemeinsamen Erklärung "den Verlust weiterer Leben" in Venezuela.




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    Dokument erstellt am 2017-04-21 06:28:02




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