• vom 17.07.2017, 16:48 Uhr

Weltpolitik


Pakistan

Pakistans starker Mann muss zittern




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  • Korruptionsskandal könnte Premier Nawaz Sharif das Amt kosten.

Islamabad. Die politische Zukunft des pakistanischen Premierministers Nawaz Sharif und seines Familienclans liegt nun in den Händen des Obersten Gerichtshofes. Am Montag begannen die letzten Verhandlungen in einem Korruptionsskandal, der das Land seit mehr als einem Jahr in Atem hält und an dessen Ende die Amtsenthebung und strafrechtliche Verurteilung des Regierungschefs stehen könnten.

Ihren Ursprung hat die Affäre in den "Panama Papers", die im April 2016 weltweit für Furore sorgten. Die von einem internationalen Journalistenkonsortium veröffentlichten Unterlagen der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca zeigten auch Vermögenswerte von Nawaz Sharifs Kindern auf, unter anderem teure Liegenschaften an besten Adressen in London. Die Familie Sharif gilt als eine der reichsten des Landes und besitzt unter anderem die von Nawaz Sharifs Vater gegründete, im Stahlgeschäft tätige Ittefaq-Gruppe.

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Angesichts des steigenden Drucks der Opposition willigte Nawaz Sharif in die Gründung einer Untersuchungskommission ein, diese kam aber nie zustande. Nun soll der Supreme Court über eine Amtsenthebung entscheiden.

Bei einem ersten Urteil im April 2017 befanden die Richter, dass die Beweislage für eine Amtsenthebung nicht ausreicht, ordneten aber die Gründung eines Ermittlungsteams aus Vertretern der politischen Opposition und des einflussreichen Sicherheitsapparats an. Letzte Woche legten diese Ermittler dem Höchstgericht ihre Erkenntnisse vor.

Unter anderem kamen sie zum Schluss, dass die bekannten geschäftlichen Aktivitäten der Sharif-Familie nicht ausreichten, um die Herkunft der Vermögenswerte zu belegen; die meisten Unternehmen, an denen die Familie beteiligt ist, schrieben nämlich Verluste. Außerdem wird der als Thronerbin gehandelten Tochter des Regierungschefs, Maryam Sharif, vorgeworfen, gefälschte Dokumente vorgelegt zu haben, wofür sie strafrechtlich belangt werden könnte. Sharif und seine Familie streiten die Vorwürfe ab und sprechen von einer politischen Verschwörung.




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Dokument erstellt am 2017-07-17 16:54:03




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